Marko Happich (Nummer 8) erlebte bei seinem letzten Heimspiel in Teutschenthal eine Schlammschlacht. (FOTO: LÖFFLER)
"Das ist schon ziemlich nervig, wenn dein Helm von den nassen Dreckklumpen so schwer wird, dass er dir ständig verrutscht. Und deine Brille ist nach wenigen Sekunden komplett verschmiert", beschreibt der Großwilsdorfer die Widrigkeiten, mit denen er - und freilich auch die anderer Starter der Deutschen Meisterschaft mit internationaler Beteiligung - da zu kämpfen hatte. Und diese Konkurrenten waren zum Teil namhaft. Sogar der amtierende Weltmeister Daniel Willemsen hatte kurzfristig noch seine Startzusage gegeben; der Niederländer kam jedoch zwei Mal nicht über Platz zehn hinaus. Etwas besser erging es Marko Happich. Der 40-Jährige, der seine letzte Saison bestreitet, wurde Achter und Fünfter. "Im ersten Durchgang ist mein Sozius Martin Betschart in einer Kurve unter den Beiwagen geraten, so dass wir anhalten mussten. Da zogen zwei Gespanne noch an uns vorbei", berichtet Happich. Vor dem zweiten Wertungslauf habe man dann ein größeres Vorderrad aufgezogen. "Das hat für mehr Bodenhaftung gesorgt, und schon lief es etwas besser."
Tagessieger in Teutschenthal wurde der Belgier Ben Adriaenssen mit 43 Punkten knapp vor seinem Landsmann Jan Hendrickx (42), die in der Weltmeisterschafts-Gesamtwertung zurzeit die Plätze drei beziehungsweise zwei belegen. Der dort führende Niederländer Etienne Bax gewann gestern den ersten Lauf, ging im zweiten aber leer aus. Im Kampf um den diesjährigen DM-Titel liegen die lettischen Daiders-Brüder am aussichtsreichsten im Rennen (siehe Statistik). Sie führen deutlich vor dem schweizerisch-deutschen Duo Bürgler / Markert, während für Happich wohl höchstens noch der dritte Rang infrage kommt.
Die Fans des Piloten, der sowohl für den gestrigen Gastgeber MSC Teutschenthal als auch für die SG Eintracht Großjena startet, konnten sich im Fahrerlager am Stand des Lokalmatadoren mit Freibier trösten. Vorausgesetzt, sie hatten ein rotes Basecap oder rotes Hemd des Happich-Teams auf / an. Falls nicht, konnten sie es vor Ort erwerben. So wurde der Absatz der Fanartikel ein wenig angekurbelt. Marko Happich, einziger Amateur in der Weltspitze, kann jeden Euro für sein kostenintensives Hobby aber auch gut gebrauchen.