Der britische Rennfahrer Gary Paffett fährt auf dem Hockenheimring dem Sieg im ersten Saisonrennen der DTM entgegen. (FOTO:DPA)
Es hätte also passieren können, dass wenig später beim Antritt der Hauptakteure und ihrer rund 480 PS starken DTM-Prototypen im Vergleich zur Formel 1 alles nur noch wie in Zeitlupe erscheint.
Dass die DTM trotz des hohen Besuches unumstritten im Mittelpunkt blieb, war dem besonderen Moment geschuldet. Nach Jahren der Zwei-Marken-Show hat die Serie mit der Rückkehr von BMW an sportlichem Wert gewonnen. Und so war es ein besonderer Erfolg für Mercedes, dass Gary Paffett und Jamie Green die neue Ära mit einem Doppelsieg einleiteten. Der Schwede Mattias Ekström wurde als bester Audi Dritter.
71 000 Zuschauer verfolgten am Sonntag das Rennen und erlebten, wie Rückkehrer BMW Lehrgeld bezahlte und beim Comeback nach 20 Jahren eine Enttäuschung verbuchen musste. Der dreifache Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx war auf Platz sechs der beste Pilot. Die prominenten BMW-Neueinkäufe Bruno Spengler und Martin Tomczyk wurden Opfer der harten Gangart und mussten aufgeben.
Mercedes war's egal. "Das war das hohe C unseres neuen C-Coupés - dieser Doppelsieg ist der beste Lohn, den alle bekommen konnten", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug in Anspielung auf das C-Coupé-Modell, das die Stuttgarter in der DTM einsetzen. Für Paffett war es der 17. DTM-Sieg, der vierte auf dem Hockenheimring.
Im Rennen behauptete Mattias Ekström im Audi nach dem Start zunächst souverän die Pole Position vor Green. Als sich der Schwede verbremste, nutzte der Brite die Chance und setzte sich an die Spitze. Noch vor der Halbzeit übernahm sein Teamkollege Paffett nach einem packenden Rad-an-Rad-Duell die Führung und gab sie nicht mehr ab.
BMW blieb nur eine Art Opferrolle. Denn Bruno Spengler verlor nach einer von Ralf Schumacher verschuldeten Kollision seine Motorhaube. Drei Runden später musste auch der amtierende Meister Martin Tomczyk aufgeben. Dennoch wollte Motorsportdirektor Jens Marquardt die Schuld nicht bei den anderen suchen. "Die DTM ist kein Ponyhof, das wussten wir vorher." Spengler war dennoch bedient: "Ralf hat 50 Meter zu spät gebremst. Von einem ehemaligen Formel-1-Fahrer hätte ich eigentlich etwas Schlaueres erwartet."