Bruno Spengler wischte sich als erstes den Schweiß aus dem Gesicht. Dann folgte sein Markenzeichen: der Kuss auf die Motorhaube seines Autos. Der Kanadier hat durch seinen Sieg in der Hitzeschlacht auf dem Nürburgring das Titelrennen der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) etwas spannender gemacht.
Der BMW-Pilot siegte bei Temperaturen von 34 Grad Celsius und rund 60 Grad im Cockpit seines Rennautos vor dem Italiener Edoardo Mortara im Audi A5. Dritter wurde der amtierende Meister Martin Tomczyk in einem weiteren BMW M3. Bester Mercedes-Pilot war der Brite Jamie Green, der nach 49 Runden den vierten Platz belegte.
"Das ist ein Traumtag. Mein Auto war sensationell. Es hat viel Spaß gemacht, dieses Auto zu fahren. Erst die Pole Position, nun der Sieg - besser kann es ja nicht laufen", sagte Spengler.
Jetzt Zweiter der Gesamtwertung
Spengler war der Mann des Wochenendes. Einen Tag nach der Pole Position meldete er sich durch seinen zweiten Saisonerfolg auch im Titelrennen zurück. Mit nun 83 Punkten verbesserte er sich auf den zweiten Rang. In Führung liegt weiter der Brite Gary Paffett. Der Mercedes-Pilot musste sich mit dem sechsten Platz zufriedengeben. Es war sein bislang schlechtestes Resultat in dieser Saison.
"Bedenkt man unsere mäßigen Startplätze, so haben wir das Beste daraus gemacht", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Doch das konnte Paffett nicht trösten. "Ich hätte auch Vierter werden können. Ich war schnell, das Auto war gut", sagte der Brite, der sich über einen verpatzten Boxenstopp ärgerte. "Da habe ich zwei Plätze verloren."
Im September nach Oschersleben
Spengler will noch nicht vom Titel sprechen. "Wir bleiben schön auf dem Boden. Jetzt kommen Strecken, die wir nicht kennen", sagte der Kanadier. Zumal er weiß: Paffetts Vorsprung beträgt immer noch komfortable 20 Punkte. Noch sind vier Rennen zu fahren, zunächst am kommenden Sonntag im niederländischen Zandvoort, dann Mitte September in Oschersleben.
Nichts zu holen gab es für die beiden ehemaligen Formel-1-Stars im Mercedes-Team. Ralf Schumacher ging auf Platz 13 leer aus, der Schotte David Coulthard wurde nach einem Dreher noch vor der Renn-Halbzeit nur als 20. und Letzter gewertet.