„Ach, heute geht Olympia los“, sagte der Mann aus dem indischen Bangalore und lächelte. Er hatte sich gewundert, warum es denn hier so viele Absperrgitter, Sicherheitskräfte, Soldaten und Polizei gibt, die ihn, seine Frau und Kinder um ein Erinnerungsfoto brachten.
Am Samstag führt die Strecke des Straßenrennens der Männer am Buckingham Palace vorbei. In den Victoria Park, einen von fünf großen Public-Viewing-Plätzen, kamen die Massen erst, als sich langsam die Abenddämmerung über London legte.
„So eine Eröffnungsfeier erlebt man nur einmal im Leben“, sagte Andrew, der mit seiner Freundin die Zeremonie vor einem großen Bildschirm gemeinsam mit Tausenden Menschen verfolgte. Von da aus könnte man das Feuerwerk im Olympiastadion sehen, erzählte Andrew.
In der Innenstadt geht am Nachmittag alles den gewohnten Gang
Zuvor in der Innenstadt war noch wenig von dieser speziellen olympischen Stimmung zu spüren. Am Covent Garden oder am Piccadilly Circus flanierten Touristen, Einheimische und Geschäftsleute im mehr oder weniger schnellen Gang.
Nur vereinzelt sah man Leute, die mit Gag-Brillen der fünf Olympischen Ringe auf die dritten Spiele in London nach 1908 und 1948 aufmerksam machten. Wenn man es nicht besser wüsste, hätte man glauben können, dass es ein ganz normaler Freitagabend in Großbritanniens Hauptstadt ist.
Dass dem nicht so war, konnte man am ehesten noch im Hyde Park erkennen, wo es den größten Bildschirm aller Public-Viewing-Plätze gab. Hier werden auch die Triathleten und Langstreckenschwimmer um Medaillen wetteifern. Wo schon einmal Tausende Fans den Rolling Stones oder später auch Freddie Mercury und seiner Band Queen zujubelten, hatten sich bereits am Nachmittag viele Menschen zu einem schönen Picknick auf den grünen Wiesen versammelt.