Die Radballer Paul Roth (l.) und Martin Fuhrmann aus Zscherben sind deutscher B-Schüler-Meister. (FOTO: LÖFFLER)
Dass die Zwölfjährigen ihre Aufgabe tatsächlich mit Bravour gelöst haben, davon zeugen ihre Goldmedaillen um den Hals, die beiden Pokale in der Hand und ihre Urkunden. Deutscher Meister steht auf den Trophäen, die sie für ihre Trainingsgefährten mitgebracht haben, bevor sie in ihren Kinderzimmern zu Hause einen Ehrenplatz erhalten werden. "Fünf Spiele haben wir gewonnen und zweimal remis gespielt", rief Paul Roth fröhlich in die Runde. Und Trainer Gerhard Gerdes ergänzte voller Stolz: "Seit 47 Spielen sind die zwei nun ungeschlagen. 44 Partien haben sie seit letzten September gewonnen, und gerade einmal drei Unentschieden gab es."
Für den Verein ist der Turniersieg in Gutach im Schwarzwald ein lange nicht ausgekosteter Erfolg. Deutscher Meister war Zscherbens Nachwuchs in dieser Altersklasse, also bei den Schülern B, noch nie. "Der letzte Medaillengewinn liegt 18 Jahre zurück. Damals haben wir Bronze erkämpft", erinnerte sich Gerdes. In der Vereinsgeschichte ist es insgesamt der fünfte Titel. Zwei gab es schon einmal für Jugendteams und je einen für Junioren und Männer. "Ich hoffe, dass nun wieder mehr Eltern ihre Kinder zum Training schicken. Ausdauer macht sich bei uns im Radball bezahlt. Wer durchhält und noch dazu Erfolg hat, der bleibt in der Regel auch."
Dabei hat der RSV 1909 Zscherben sein Nachwuchsproblem, das es vor fünf Jahren gab, mittlerweile überwunden. Drei Teams gibt es bei den Schülern B, dazu eines bei den jüngeren C-Schülern und eines in der Jugend. Und dass ihre Sportart nicht so populär ist, stört die beiden Gymnasiasten gewaltig. "Ich habe mal ein Bundesliga-Plakat bei uns in der Schule aufgehängt und musste mir sagen lassen, dass da eh keiner hingeht. Dabei macht unser Sport richtig Spaß", sagte Martin Fuhrmann.
In Gutach waren immerhin über 500 Zuschauer in der Halle, da drohte die Stimmung überzukochen. Gerade einmal neun Treffer hat Martin, der ruhigere von beiden, als Keeper in den sieben Spielen zugelassen. Die meisten ihrer 24 Tore gingen auf das Konto des sogenannten Außenspielers Paul. "Ist doch egal, wer die Tore schießt, Hauptsache wir gewinnen", sagte der Sechstklässler, der seit Kindergartentagen mit seinem Kompagnon befreundet ist.
Auch Halles zweiter Endrundenteilnehmer hatte Grund zum Feiern: Reideburg holte Bronze.