Regionalliga: Großes Nervenflattern beim Halleschen FC

27.04.2012 17:11 Uhr | Aktualisiert 28.04.2012 10:41 Uhr
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Maximilian Karl wird gefordert

Dennis Mast versucht gegen den Cottbus Keeper Maximilian Karl, dem Sohn von Ex-HFC-er Steffen Karl, ein Tor zu machen. Foto: Andreas Löffler

Von KARL EBERT
Das Regionalligaspiel Energie Cottbus II gegen den Halleschen FC endete 0:0. Dabei vergaben die Hallenser vor 562 Zuschauern mehrere gute Möglichkeiten.
COTTBUS/MZ. 

Die Szenerie war gespenstisch. Das große Stadion der Freundschaft, das zu besten Zeiten der Cottbuser Energie-Fußballer 22 000 Zuschauer beherbergte, lag leer und verlassen da. Die Sonne hatte sich verzogen, die Ordner schienen eindeutig in der Überzahl. Ein paar handverlesene einheimische Besucher auf der Haupttribüne und rund 300 von Staus geplagte Gäste-Fans im Block gegenüber hinter der Eckfahne - das waren alle, die die Partie in der Fußball-Regionalliga zwischen der Reserve der Lausitzer und Spitzenreiter Hallescher FC sehen wollten.

Und ganz offenbar sind auch die Kicker des Tabellenführers seit der Einweihung des neuen Erdgas-Sportparks in Halle keine Geisterkulissen mehr gewöhnt. Denn mit dem torlosen Remis machte der HFC den Aufstiegskampf selbst wieder spannend. "Man hat uns ganz klar angemerkt, dass jetzt auch die Nerven mitspielen. Viele Aktionen vor dem Tor waren nicht so zwingend wie zuletzt", sagte Trainer Sven Köhler.

Die HFC-Fans mühten sich zwar von Beginn an, mit Sprechchören und Gesängen für so etwas wie Fußballstimmung zu sorgen. Und weil die einheimischen Zuschauer eher in die Kategorie sachkundiges Publikum einzuordnen waren, gelang ihnen dies sogar deutlich hörbar. Und sie durften Hoffnung auf Tore haben, denn Köhler hatte erneut auf die erfolgreiche Start-Elf vom 4:0-Sieg gegen Plauen gesetzt. Die schien dort anfangen zu wollen, wo sie gegen die Vogtländer aufgehört hatte. Bereits nach fünf Minuten lag den Fans der Torschrei auf den Lippen, doch der spektakuläre Fallrückzieher von Angelo Hauk zischte knapp über das Tor.

In der Folge kontrollierte der Tabellenführer die Partie, blieb aber oft in den beiden diszipliniert stehenden Viererketten der Lausitzer hängen. Einzig Dennis Mast tanzte die Energie-Abwehr samt Torwart Maximilian Karl aus, wurde aber so weit abgedrängt, dass er nur noch das Außennetz traf (30.). Ex-HFC-Profi Steffen Karl nahm es auf der Haupttribüne gelassen. Er war extra aus Chemnitz gekommen und registrierte zufrieden, dass sein Filius im Tor mit zwei, drei guten Paraden die Null zur Pause gehalten hatte.

Als Schiedsrichter Robert Wessel zum Zeichen des Pausen-Endes laut in den Kabinengang pfiff, standen die HFC-Spieler schon längst wieder auf dem Platz. Eine erfolgreiche Mannschaft hat schließlich ihre Rituale. Auch in Halberstadt waren Torwart Darko Horvat und seine Vorderleute nach einem torlosen Pausenstand zeitig auf den Platz zurückgekehrt und hatten danach noch 2:0 gewonnen.

Doch dieses Mal fehlten den Spielern der Rot-Weißen auch weiter die zündenden Ideen. "Wenn wir von den drei, vier Möglichkeiten vor der Pause eine genutzt hätten, wäre es wahrscheinlich leichter geworden", analysierte Trainer Sven Köhler später. Verteidiger Sören Eismann meinte: "Wir haben ganz einfach nicht getroffen. Heute hätte uns auch einmal ein dreckiges Ding geholfen."

Maximilian Karl, eigentlich noch im A-Jugend-Alter, blieb auch nach der Pause der große Rückhalt von Energie. Gegen Telmo Teixeira-Rebelo reagierte er ebenso prächtig (64.) wie bei einem Freistoß von Wagefeld (72.).

13 Minuten vor dem Abpfiff holte sich der Energie-Schlussmann schließlich die alleinige Aufmerksamkeit des Publikums ab. Während das Spiel in der HFC-Hälfte lief, legte er sich in den Halbkreis vor seinem Strafraum und zeigte beim Unparteiischen eine Verletzung am Schienbein an - der letzte Körperkontakt mit einem Hallenser lag da schon fünf Minuten zurück. Ein kleiner Schönheitsfleck auf ein gutes Spiel des Torhüters. "Es hat Riesen-Spaß gemacht, ausgerechnet gegen den HFC", sagte Karl junior. Und fügte etwas süffisant an: "Auch Zeitspiel lernen wir an der Sportschule."