Ringen: Ausgebootet für London

10.07.2012 22:27 Uhr | Aktualisiert 10.07.2012 22:34 Uhr
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Eberhard Probst

Der Querfurter Kampfrichter Eberhard Probst ist vom Weltverband Fila nicht für die Olympische Spiele in London nominiert worden. (FOTO: MZ)

Von jan-Ole Prasse
Der Querfurter Kampfrichter Eberhard Probst darf nicht zu den Olympischen Spielen. Das Nominierungsverfahren des Weltverbandes ist merkwürdig.
Halle (Saale)/MZ. 

Es sollte der krönende Abschluss einer großen Ringer-Karriere werden. Stattdessen wurde daraus eine der größten Enttäuschungen. Der Querfurter Kampfrichter Eberhard Probst ist vom Weltverband Fila nicht für die Olympische Spiele in London nominiert worden. Und das auf eine zumindest zweifelhafte Weise. "Das gesamte Nominierungs- und Bewertungsverfahren ist sehr undurchsichtig", sagte ein hochrangiger Vertreter des Deutschen Ringerbundes (DRB) der MZ.

Hintergrund ist, dass der Weltverband seit den Olympischen Spielen in Peking 2008 eine Liste mit Kampfrichtern führt, die für die Spiele in London infrage kommen. Dort stand auch stets der Name Eberhard Probst - bis zum Dezember 2011. Zu diesem Zeitpunkt war der 57-Jährige bei einem Kampfrichter-Lehrgang in London. Ein Lehrgang, an dem alle Olympiakandidaten teilnahmen. Hier sollten auch noch einmal die Leistungen für eine Nominierung bewertet werden. Doch mitten in den Lehrgang platzte die Nachricht, dass Probst von der Olympia-Liste gestrichen worden ist - ohne konkrete Angabe von Gründen. "Er hatte extra dafür Urlaub geopfert, das ist schon bitter", so der DRB-Vertreter. Er vermutet, dass Probst ausgebootet worden sei.

London wären für Eberhard Probst die fünften Olympischen Spiele gewesen. 1976 und 1980 nahm er als aktiver Ringer teil, 2004 und 2008 als Kampfrichter. Sein persönlicher Höhepunkt waren die Spiele in Athen 2004, als er drei von 18 Finalkämpfen leiten durfte. "Ich habe schon zu den besten Kampfrichtern gehört", sagt Probst. Und trotz seiner Nichtnominierung will er nicht im Zorn zurückschauen: "Was soll's, ich habe eine großartige Zeit als Kampfrichter gehabt, das kann mir keiner mehr nehmen."

Der Deutsche Ringerbund ist bei den Kampfrichtern in London dennoch präsent. Mit Antonio Silvestri und Uwe Manz sind zwei Deutsche sicher mit dabei. In Peking war Probst noch der einzige deutsche Kampfrichter. FOTO: IMAGO