Rudern: Eichner und Naruhn im ultimativen Ausscheid

26.06.2012 22:43 Uhr | Aktualisiert 26.06.2012 22:58 Uhr
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Florian Eichner

Florian Eichner (FOTO: LÖFFLER)

Von GOTTFRIED SCHALOW
Florian Eichner ist geschafft. Dass die Kirchenglocken von der Kirche in Breisach am Rhein den Abend einläuten und damit den Schlussstrich unter einen weiteren Tag im gnadenlosen Olympia-Ausscheid setzen, nimmt er kaum noch wahr.
Halle (Saale)/MZ. 

"Der Tag war wirklich vollgepackt. Wir haben alle denkbaren Varianten für den Vierer durchprobiert. Da hilft kein Taktieren mehr, da müssen wir immer volle Pulle fahren", sagt der Ruderer vom Verein Böllberg-Nelson aus Halle.

"Sehr angespannte Situation"

Eichner ist mit seinem Vereins-Kollegen Philipp Naruhn mal wieder in einem Trainingslager, aber eben in keinem x-beliebigen. Sechs Ruderer, dazu noch Urs Käufer, Sebastian Schmidt, Toni Seifert und Gregor Hauffe, müssen im Duell Mann gegen Mann die Olympia-Besatzung für den Vierer ohne Steuermann herausfinden. Vier werden in London an den Start gehen, für die restlichen beiden bleibt nur das bittere Los der Ersatzleute. "Das ist natürlich eine sehr angespannte Situation. Schließlich will jeder die letzte Chance auf eine London-Fahrkarte nutzen", sagt Eichner, betont aber, dass "wir sehr fair und respektvoll miteinander umgehen. Wir haben uns noch nicht gegenseitig die Köpfe eingeschlagen. Und das wird sicher auch die nächsten Tage nicht passieren."

Spätestens am 2. Juli soll die optimale Besatzung für London gefunden sein, für ein Boot, das bei Olympia mindestens ins Finale kommen soll.

Ruder-Legende Andreas Hajek, selbst zweifacher Olympiasieger, zeigt in Halle Mitgefühl. "Gott sei Dank musste ich in meiner Karriere niemals zu so einem knallharten Ausscheid antreten. Das ist wirklich abartig. Aber es hilft ja nichts, da müssen die beiden jetzt durch."

Zu all dem scheint in Breisach auch noch gnadenlos die Sonne, wie fast immer in diesem vom Wetter verwöhnten Teil Deutschlands. Auch keine idealen Bedingungen für die schweißtreibende Arbeit im Ruderboot. Eichner nimmt es trotzdem gelassen: "Das Wetter können wir uns ja nicht aussuchen", sagt er und trottet geschafft zum gemeinsamen Abendessen. Die Kirchenglocken am Rhein, der an dieser Stelle die deutsch-französische Grenze markiert, läuten dazu im Hintergrund.