Paul Biedermann verpasste über 400 Meter Freistil die Olympia-Norm. (FOTO: DPA)
Biedermann hatte am Abend zuvor die Norm über 200 Meter Freistil klar unterboten. Über die doppelte Distanz kann das der WM-Dritte nun bei den Europameisterschaften vom 21. bis 27. Mai in Debrecen/Ungarn noch nachholen.
«Ich bin ja vornominiert durch meine Leistungen bei der WM in Shanghai», meinte der dreimalige WM-Dritte von 2011. «Ich muss noch einiges tun, einige Wettkämpfe schwimmen, die Europameisterschaft besser gestalten. Es sind noch einige Wochen Zeit», sagte Biedermann.
Steffen Deibler und Benjamin Starke lösten dagegen über 100 Meter Schmetterling das Olympia-Ticket. Der Hamburger Deibler schlug am nach 52,00 Sekunden knapp vor Lokalmatador Starke an. Beide blieben unter der Olympia-Norm von 52,18 Sekunden. Bereits im Vorlauf hatte sich Starke in 51,95 Sekunden auf Platz drei der Weltrangliste katapultiert. Der Mannheimer Kurzbahn-Meister Philip Heintz kam als Endlauf-Dritter nach 52,22 Sekunden ins Ziel.
Jan-Philip Glania und Jenny Mensing erzielten deutsche Rekorde über 200 Meter Rücken. Der Frankfurter Glania schlug am Samstag nach 1:55,87 Minuten an und verbesserte die bisherige Bestmarke des Magdeburgers Helge Meeuw vom 24. Juni 2006 um 57 Hundertstelsekunden. Er erzielte damit die zweitbeste Zeit weltweit. Auch der Potsdamer Yannick Lebherz in 1:56,84 als Zweiter und sein Teamkollege Felix Wolf (1:58,11) blieben unter der deutschen Olympia-Norm. Starten dürfen in London aber nur zwei Deutsche.
Jenny Mensing aus Wiesbaden unterbot gleich zweimal ihren deutschen Rekord. Zunächst blieb sie am Vormittag im Vorlauf in 2:08,58 Minuten 22 Hundertstelsekunden unter ihrer Bestmarke vom Dezember 2009 in Magdeburg. Im Endlauf schwamm Mensing dann sogar 2:08,30 und blieb erneut unter der Olympia-Norm.
Britta Steffen beseitigte letzte theoretische Zweifel an ihrer Olympia-Qualifikation. Die 28-Jährige siegte bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin über die 100 Meter Freistil und blieb in 53,68 Sekunden klar unter der Olympia-Norm von 54,46.
Die Doppel-Olympiasiegerin war bereits zwei Tage zuvor bei einem Staffelstart für ihren Verein SG Neukölln in 53,65 klar unter der Richtzeit geblieben, musste aber diese Leistung im Einzelrennen wiederholen.
Hinter Steffen sicherte sich Daniela Schreiber (Halle/Saale) in 54,41 ebenfalls ihre Teilnahme an den Spielen in London. In der chancenreichen Staffel über 4 x 100 Meter Freistil werden wohl die drittplatzierte Silke Lippok (Pforzheim/55,01) und Lisa Vitting (Essen/55,09) auf Platz vier zum Einsatz kommen. Steffen startet an diesem Sonntag auch noch über die 50 Meter Freistil.