Schwimmen: Biedermann löst Ticket

11.05.2012 22:47 Uhr | Aktualisiert 11.05.2012 22:50 Uhr
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Paul Biedermann

Paul Biedermann ist bei den Spielen in London dabei. (FOTO: DPA)

Der Hallenser Paul Biedermann unterbietet die Norm um eine Sekunde und löste sein Ticket für die Olympischen Spiele. Biedermann schwamm auf Platz sieben in der Weltrangliste.
Berlin/MZ. 

Am Morgen hatte sich Britta Steffen schon diebisch über ihren Staffel-Coup gefreut, am Abend strahlte sie mit ihrem Freund Paul Biedermann um die Wette. Der Weltrekordler löste bei den deutschen Meisterschaften in Berlin über 200 Meter Freistil in starken 1:46,70 Minuten sein Ticket für die Olympischen Spiele und schwamm auf Platz sieben in der Weltrangliste.

„Ich bin sehr erleichtert, denn ich wollte mich unbedingt qualifizieren“, sagte der WM-Dritte aus Halle. Zuvor war Doppel-Olympiasiegerin Steffen zum DM-Auftakt als Startschwimmerin der Vereinsstaffel des SG Neukölln in 53,65 Sekunden ihr schnellstes 100-Meter-Rennen seit ihrem Weltrekord und WM-Triumph 2009 in Rom geschwommen. „Ich bin jetzt die Viertschnellste in der Welt, falls ihr das noch nicht gemerkt habt“, verkündete sie stolz. Damit hatte die Berlinerin schon vor ihrem ersten Einzelstart am Samstag nicht nur von der Zeit her ihr erklärtes Ziel („unter 54 Sekunden“) erreicht, sondern auch mental eine Menge Ballast abgeworfen. „Ich bin erleichtert. Man sieht's an meiner Laune. Ich bin ganz gelöst“, sagte Steffen, die in den Tagen zuvor noch sehr verkrampft gewirkt hatte.

„Jetzt gucke ich mir meinen Paul ganz in Ruhe an, und morgen kann es weitergehen, da bin ich dann wieder ganz bei mir.“ Ihre Laune stieg noch mehr, als Biedermann die Norm, die er im Vorlauf noch verpasst hatte, um eine Sekunde unterbot. Auch der 25-Jährige war zufrieden: „Heute Morgen habe ich mich geärgert. Jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe.“

Steffen traut ihr Trainer Norbert Warnatzsch nach dem Sprung auf Platz vier in der Welt noch eine Steigerung zu: „Ein bisschen geht noch.“ Seinen Schützling sieht er so stark wie seit der Traumsaison 2009 nicht mehr. „Das ist belegbar“, sagte War-natzsch. Vor drei Jahren war sie in Rom im Hightech-Anzug zum WM-Double und den Weltrekorden über 50 und 100 Meter Freistil (23,73 und 52,07) geschwommen. Seitdem war sie immer wieder an der 54-Sekunden-Marke gescheitert, bei der WM 2011 nur Vorlauf-16. geworden.