Britta Steffen ist wegen ihrer Vorleistungen für die EM nominiert. (FOTO: DPA)
Der Kopf ist frei. Britta Steffen hat gerade ihre Bachelorarbeit abgegeben, nun gilt die volle Konzentration dem großen Ziel: Olympia in London. Auf dem Weg in die britische Hauptstadt ist das Meeting am Wochenende in Magdeburg für die zweifache Schwimm-Olympiasiegerin eine Zwischenstation. «Wir erwarten keine Wunderdinge, aber wir sind guten Mutes. Ein bisschen schneller als bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften soll es schon werden», sagt Trainer Norbert Warnatzsch.
Da das Meeting als Qualifikation für die Europameisterschaften im ungarischen Debrecen Ende Mai zählt, will Steffen am Samstag die Norm über 100 Meter Freistil schwimmen. Das Ticket über die halbe Distanz hat sie bereits sicher. Die geforderten 55,08 Sekunden sollten für die Berlinerin keine große Hürde sein. «Absolute Priorität haben aber die Deutschen Meisterschaften im Mai, um dann dort unter 54 Sekunden zu schwimmen. Sonst brauche ich bei Olympia gar nicht erst antreten», sagt die 28-Jährige.
Trainer Warnatzsch: «Britta ruht in sich»
Steffen bleibt gelassen. Sie weiß, sie liegt im Plan - und sie fühlt sich so frei wie nie zuvor. «Meine zwei Goldmedaillen habe ich in der Tasche», sagte Steffen kürzlich. Diese Balance spürt auch Norbert Warnatzsch, der Vater des Erfolges: «Sie gefällt mir. Britta ruht in sich, ist konzentriert und fleißig.»
Fleißig ist Steffen auch außerhalb des Beckens. Im Trainingslager auf Teneriffa hat die Wirtschaftsingenieurstudentin zwischen den harten Einheiten ihre Bachelorarbeit geschrieben - und am Donnerstag abgegeben. «Nun kann ich mich voll auf Olympia konzentrieren», sagt sie.
Anders als ihr Freund Paul Biedermann hatte sich Steffen gegen einen Test in dieser Woche im Olympia-Becken entschieden. «Die Briten wollen nicht so gerne, dass Ausländer bei ihren britischen Meisterschaften mitschwimmen. Ein Negativerlebnis vor den Spielen muss man nicht haben», meint sie. Britta Steffen schaut sich demnächst das Filmchen an, das Biedermann in London gedreht hat, um einen Eindruck vom Aquatics Centre zu bekommen.
Die nächsten gemeinsamen Schritte Richtung London geht Deutschlands Schwimm-Traumpaar ab 19. März. Dann steht wieder für drei Wochen ein Höhentrainingslager in der Sierra Nevada an. Die Höhe tut vor allem Steffen spürbar gut. Nach dem WM-Debakel im Vorjahr in Schanghai hat sie erstmals seit 2006 wieder zum altbewährten Rezept gegriffen. Zudem hat sie das Krafttraining enorm zurückgefahren. Mit neuen alten Reizen und freiem Kopf scheint in diesem Sommer vieles möglich.