Schwimmen: Bronzemedaille für Daniela Schreiber

23.05.2012 20:51 Uhr | Aktualisiert 24.05.2012 17:22 Uhr
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Medaillengewinnerinnen

Britta Steffen (M) und Daniela Schreiber (r) holten Edelmetall. (FOTO: DPA)

"Megastolz" war Daniela Schreiber über ihre erste Einzelmedaille bei einem internationalen Titelkampf. Dass es Bronze statt Gold war spielte in diesem Moment überhaupt keine Rolle.
Halle (Saale)/MZ. 

Die ganz Verwegenen, die Super-Optimisten, die hatten sogar von der Goldmedaille geträumt. Gold für Daniela Schreiber, die 22 Jahre alte Blondine vom SV Halle, die plötzlich und rechtzeitig vor den Olympischen Spielen in London mit ganz neue Qualitäten auf sich aufmerksam macht. Bislang war sie die Expertin für hauchdünne Staffelrennen, zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk, in diesem Metier fast immer die Schnellste. Eine Mannschaftskämpferin also. An der Goldmedaille mit der 4 × 100-Meter-Freistilstaffel bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren in Budapest hatte sie ebenso ihren Verdienst wie bei Silber und Bronze bei den Weltmeisterschaften 2009 in Rom und im Vorjahr in Shanghai.

Darüber hinaus ist es Daniela Schreiber selbst wahrscheinlich nie so richtig bewusst geworden, dass sie auch als Einzelkämpferin bestehen kann und reif für Medaillen ist. Zum allerersten Mal hat sie das wohl am Dienstag erkannt, als sie bei der EM in Debrecen mit der schnellsten Zeit in das Finale über 100 Meter Freistil eingezogen war. Also schneller noch als die scheinbar übermächtige Britta Steffen.

Deshalb auch hatten die Verwegen, die Super-Optimisten, sogar Gold im gestrigen Finale für möglich gehalten. Und Daniela Schreiber glaubte wohl selbst daran. Zur Wende nach 50 Metern lag sie vorn, vor Steffen. Erst danach zogen die Schwedin Sarah Sjöström, dann auch noch Steffen an ihr vorbei. Am Ende blieb Bronze in einer Zeit von 54,41 Sekunden, noch einmal ein Stück schneller als die 54,53 im Halbfinale.

"Megastolz" war Daniela Schreiber über ihre erste Einzelmedaille bei einem internationalen Titelkampf. Dass es Bronze statt Gold war spielte in diesem Moment überhaupt keine Rolle.

Daniela Schreiber also fast auf dem Gipfel, ihre Klub-Kollegin Theresa Michalak immer noch ein Stück davor. Halbfinale war gestern über 200 Meter Lagen. Das nackte Ergebnis liest sich gut, viertschnellste Zeit, Finaleinzug. Der Haken daran: Mit 2:12,76 Minuten hat sie erneut die anspruchsvolle Olympia-Norm, die auf 2:12,37 Minuten festgeschrieben ist, verfehlt. Letzte Chance für Michalak ist heute im Finale.