Schwimmen: Doppelter Coup für Halle misslingt

24.05.2012 21:43 Uhr | Aktualisiert 25.05.2012 17:12 Uhr
Drucken per Mail
Ohne Medaille

Ohne Medaille: Die deutschen Staffel-Schwimmerinnen Theresa Michalak, Silke Lippok, Daniela Schreiber und Alexandra Wenk (v.l.) (FOTO: DPA)

Für einen gemeinsamen Medaillen-Coup der beiden Hallenserinnen Theresa Michalak und Daniela Schreiber reichte es nicht aus. : Gemeinsam mit Silke Lippok und Alexandra Wenk kamen sie über 4 x 200 Meter Freistil nur auf Platz vier.
Debrecen/Halle (Saale)/MZ. 

Die deutsche Nationalhymne wurde gerade gespielt. Jenny Mensing bekam ihre Goldmedaille für die 100 Meter Rücken bei der Schwimm-EM in Debrecen überreicht, da standen Theresa Michalak und Daniela Schreiber im Vorbereitungszelt am Beckenrand und wollten aus dieser Ehrung einen Motivationskick für ihren nächsten Start mitnehmen. Für einen gemeinsamen Medaillen-Coup der beiden Hallenserinnen reichte es aber nicht: Gemeinsam mit Silke Lippok und Alexandra Wenk kamen sie über 4 x 200 Meter Freistil nur auf Platz vier. Italien, Ungarn und Slowenien waren am Donnerstag schneller.

Die Enttäuschung war den Deutschen anzumerken. "Die Staffel stand unter keinem sehr guten Stern. Ich denke, da geht noch was bis Olympia", kommentierte Ex-Schwimmstar Franziska van Almsick das Staffelrennen in der ARD. Und meinte nicht nur den kurzfristigen Ausfall der erkrankten Lisa Vitting. Bei Michalak, die sich eine knappe Stunde vorher als Vierte über 200 Meter Lagen das Olympia-Ticket gesichert hatte, war offenbar die Luft raus. Und auch Wenk, die mit Michalak am gleichen Tag als krasse Außenseiterin den Vorlauf über 100 Meter Schmetterling absolviert hatte, konnte sich nicht mehr steigern.

Vielleicht wäre es klüger gewesen, die Youngster für die Prestige-Staffel ein wenig mehr zu schonen. Denn Schreiber gelang es trotz eines energischen Schlussspurts nicht mehr, die vor ihnen liegenden Teams abzufangen. "Die ersten 150 Meter fühlte ich mich super, dann wurde es richtig schwer", erklärte Schreiber. Doch von Traurigkeit bei ihr keine Spur. Schließlich hat sie mit Gold und Bronze schon zwei Medaillen und über 50 und 200 Meter Freistil sowie möglicherweise auch mit der Lagen-Staffel noch weitere Chancen.

So war es Jenny Mensing vorbehalten, mit dem 250. deutschen EM-Gold überhaupt für den Höhepunkt des Tages zu sorgen. Die Polizistin aus Wiesbaden, die zuvor über 200 Meter Rücken Silber gewonnen hatte, war nur als Viertschnellste ins Finale eingezogen. "Das ist das Größte, was ich bisher erreicht habe. Ich habe ein bisschen gebraucht, um das zu begreifen", sagte die 26-Jährige. Marco Koch gewann zudem über 200 Meter Brust Silber.