Schwimmen: Michael Phelps dankt ab

05.08.2012 13:35 Uhr | Aktualisiert 05.08.2012 13:35 Uhr
Michael Phelps siegt wieder in gewohnter Stärke. (FOTO: DPA) 
Von Tobias Küpper und Thomas Lipinski
Mit seiner 18. Goldmedaille hat König Michael Phelps die große Bühne verlassen. Der Schwimmstar hinterlässt seinen Nachkommen ein einzigartiges Erbe.
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London/SID. 

Michael Phelps war aufgewühlt. Der Superstar hatte Tränen in den Augen, als er ein letztes Mal die große Bühne betrat. „Michael, Michael“ schallt es ihm von den Tribünen des Londoner Aquatics Centres entgegen. Jubel, Begeisterung und Anerkennung kannten keine Grenzen. Seine silberne Ehrentrophäe hielt Phelps in der Hand. Die Gravur darauf ist passend, sie bringt das Vermächtnis des 27-Jährigen zum Ausdruck: „Für Michael Phelps, den größten olympischen Athleten aller Zeiten“, steht dort.

Um 21.30 Uhr verließ Phelps schließlich die Halle, es war aus und vorbei. Der König aller Olympioniken dankt ab - sein Erbe: 18 Goldmedaillen und Rekorde, die für die Ewigkeit zu sein scheinen. „Es war eine großartige Reise. 20 Jahre, in denen ich alles erreicht habe, was ich erreichen wollte“, sagte der Rekord-Olympiasieger sichtlich gerührt. „Es hätte kein besseres Ende geben können. Ich habe es geschafft, der beste Schwimmer aller Zeiten zu werden.“ An Position drei sprang er in der abschließenden 4x100-m-Lagenstaffel ein letztes Mal in olympisches Wasser. Wie in seinen besten Tagen brachte Phelps sein Quartett auf der Schmetterling-Distanz von Rang zwei auf Goldkurs. 50,23 Sekunden dauerte die letzte Show. Wie schon Athen und Peking verlässt Phelps auch London als erfolgreichster Schwimmer, mit vier Titeln und zwei Silbermedaillen.

Dabei hatten die Wettbewerbe vor gut einer Woche mit einer demoralisierenden Niederlage begonnen. „Das waren meine schönsten Spiele“, sagt Phelps. Nun ist die Karriere vorbei, sie brachte einen Bestwert von 22 olympischen Medaillen. Kaum vorstellbar: Den Schwimmer Michael Phelps wird es nicht mehr geben. „Ich habe immer gesagt, ich will nicht mehr im Alter von 30 schwimmen“, sagte er. Rückkehr ausgeschlossen? „Es wird nach Samstag keine Wettkämpfe mehr geben.“ Stattdessen stehen andere Ziele auf dem Zettel.

Reisen möchte er, nach Südafrika, China, Australien. „Ich möchte faszinierende Orte besuchen. Ich habe in den vergangenen Jahren immer nur Hotels und Pools gesehen.“ Zudem wird er sich um seine Stiftung kümmern, die Kindern für das Schwimmen begeistern soll. Seine reichhaltigen Erfahrungen als Leistungsschwimmer und Superstar wird er auf Papier für die Nachwelt festhalten. „Die Erinnerungen dieser Woche werden niemals verschwinden.“ Und was kommt nach Phelps im Schwimmsport? „Wir werden ihn alle so unglaublich vermissen“, sagt Missy Franklin.

Phelps' 17 Jahre alte US-Teamkollegin avancierte bei ihrer Olympia-Premiere mit vier Gold- und einer Bronzemedaille zur Königin der Spiele. „Seine Fußstapfen sind so groß. Aber hoffentlich kann ich meine daneben setzen.“ Nicht nur ihrer Schuhgröße 45 könnte Franklin das gelingen. Mit 16 Goldmedaillen haben die USA ihre Vormachtstellung im Schwimmsport untermauert. Die Chinesen um die 16-jährige Ye Shiwen und den 20-jährigen Sun Yang haben ihr Ziel von viermal Gold mit fünf Titel sogar übertroffen und zwei der insgesamt neun Weltrekorde erzielt. Die Franzosen haben mit Doppel-Olympiasieger Yannick Agnel (20) ihren Mann für die Zukunft. König Phelps hat den Thron zur Verfügung gestellt. Irgendwann, so darf man sicher sein, wird es einen neuen