Schwimmen: Steffen wieder in Topform

11.05.2012 16:18 Uhr
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Britta Steffen

Britta Steffen verblüffte als Startschwimmern der SG Neukölln und lieferte eine Klasse-Zeit ab. (FOTO: DPA)

Von Marc Zeilhofer
Britta Steffen ist immer wieder für Überraschungen gut. Stets mied die Doppel-Olympiasiegerin Vereinsstaffeln bei deutschen Meisterschaften, nun aber lieferte sie bei SG Neukölln eine Klasse-Zeit ab.
Berlin/dpa. 

Britta Steffen ist immer wieder für Überraschungen gut. Stets mied die Doppel-Olympiasiegerin Vereinsstaffeln bei deutschen Meisterschaften. Nun aber verblüffte sie als Startschwimmern der SG Neukölln und lieferte eine Klasse-Zeit ab.

So entspannt präsentierte sich Britta Steffen am Beckenrand schon lange nicht mehr. In legerer Freizeitkleidung plauderte die 28-Jährige gelöst über ihren Staffel-Coup, bevor sie ihren unzufriedenen Freund Paul Biedermann nach dessen Vorlauf aufmunterte. „Man sieht es ja an meiner Laune. Ich bin gelöst. Heute ist Freitag, da gucke ich mir meinen Paul ganz in Ruhe an und morgen kann es weitergehen, da bin ich dann wieder ganz bei mir“, sagte Steffen.

Am Donnerstagabend hatte sie der Schwimm-Welt und vor allem sich selbst bewiesen, dass sie nach dem WM-Debakel von 2011 wieder Klasse-Zeiten über 100 Meter Freistil schaffen kann: „Es tut schon gut, es war ein Anfang, ich bin erleichtert.“ Als Startschwimmerin ihrer SG Neukölln Berlin schlug die Doppel-Olympiasiegerin im Rahmen der 4x100-Meter-Staffel nach 53,65 Sekunden an. Das war die viertschnellste Zeit weltweit in diesem Jahr, so schnell schwamm Steffen seit dem Verbot der Hightech-Anzüge Ende 2009 nicht mehr. Zwar blieb die überragende Weltjahresbestzeit der Niederländerin Ranomi Kromowidjojo (52,75) unangetastet, doch Britta Steffen war voll im Soll.

Am Tag vor Beginn der DM hatte sie bescheiden noch davon gesprochen, unter 54 Sekunden bleiben zu wollen, von einer Zeit um 53,5 war die Rede. „Da bin ich ja nun genau in der Mitte“, meinte sie grinsend. Die deutsche Olympia-Norm von 54,46 sollte angesichts dieser Leistung im Einzel-Rennen am Samstag keine Hürde mehr darstellen.

Zwar hatten Trainer Norbert Warnatzsch und seine Athletin besprochen das Rennen voll anzugehen und keine taktischen Varianten auszuprobieren. Der Start aber verlief für Steffen alles andere als optimal. „Der Starter war so schnell, dass ich den Startblock unten nicht mal richtig anfassen konnte, und schon ging es los. Da dachte ich Naja, das wird ja schon mal toll“, berichtete Steffen über Zweifel beim Eintauchen ins Becken.

Auch Trainer Warnatzsch sah noch Luft nach oben. „Ein bisschen schneller geht noch“, sagte er. Steffens langjähriger Wegbegleiter beschritt nun nicht nur im täglichen Training neue Wege: „Wir sind bei einer DM meines Wissens noch nie Staffel geschwommen.“