Der norwegische Schwimmer Alexander Dale Oen hatte bei der WM 2011 in Shanghai Gold über 100 Meter Brust gewonnen. (FOTO: DPA)
Der erst 26 Jahre alte Spitzenschwimmer war am Montagabend (Ortszeit) nach seinem Zusammenbruch bewusstlos in seinem Badezimmer umgehend ins Krankenhaus gebracht worden, wo anschließend nur noch sein Tod festgestellt werden konnte. Das gab der norwegische Verbandspräsident Per Rune Eknes am Dienstag bekannt.
«Wir sind alle unter Schock», sagte sein Trainer Peter Lövberg: «Dies ist eine erschütternde Erfahrung für das ganze Team hier. Unsere Gedanken sind in erster Linie bei Alexanders Familie, die ihn viel zu früh verloren hat.» Eine Krankenhaussprecherin bestätige den Tod, gab jedoch keine Details bekannt.
Dale Oen, der sich mit der norwegischen Nationalmannschaft zum Höhentraining drei Wochen in den USA aufgehalten hatte, soll am Montag nur ein leichtes Training absolviert und eine Golfrunde gespielt haben. Die Sportlerkollegen wurden unruhig, als er am Abend ungewöhnlich lange unter der Dusche war. Als sie daraufhin das Hotelzimmer öffneten, fanden sie Dale Oen bewusstlos im Badezimmer vor. Der herbeigerufene Mannschaftsarzt Ola Roensen begann sofort mit der Reanimation. «Wir haben alles versucht. Es ist so unendlich traurig, dass wir ihn nicht wiederbeleben konnte», sagte Roensen: «Es ist schwer zu akzeptieren.»
«Großer Sportler aus einem kleine Land»
Dale Oen galt als einer der größten Hoffnungen im norwegischen Team für die Olympischen Spiele in London. Vor vier Jahren in Peking war der Top-Schwimmer aus Bergen zu Silber geschwommen. Bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Schanghai hatte er die 100 Meter Brust gewonnen. Es war das erste WM-Gold von Norwegen im Schwimmen überhaupt. Dale Oen hatte damals seinen Titel den Opfern der wenige Tage zuvor verübten Anschläge des Rechtsextremisten Anders Breivik in seiner Heimat gewidmet.
Der rätselhafte Tod schockiert Norwegen. «Alexander Dale Oen war ein großer Sportler aus einem kleinen Land. Meine Gedanken gehen an seine Familie und seine Freunde», twitterte Ministerpräsident Jens Stoltenberg. Auch Norwegens Alpinstar Aksel Lund Svindal erklärte ebenfalls per Twitter: «Es fühlt sich unreal an, dass Alexander nicht mehr unter uns ist.»
In den vergangenen Wochen hatten zwei ähnliche Fälle bei Leistungssportlern für Bestürzung gesorgt. Der englische Fußballprofi Fabrice Muamba war am 17. März nach einem Herzstillstand bei einem FA-Cup-Spiel seines Klubs Bolton Wanderers 78 Minuten ohne Herzschlag gewesen, überlebte aber und ist mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Am 14. April verstarb Piermario Morosini vom italienischen Fußball-Zweitligisten Pescara Calcio nach einer Herzattacke während eines Ligaspiels.