Sportcup: Pokal bleibt bei Luther-Melanchthon

19.07.2012 19:29 Uhr | Aktualisiert 19.07.2012 19:44 Uhr
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Sportcup

Nur wenige Punkte entschieden über den Sieg. (FOTO: KUHN)

Von claudia lasslop
So knapp war es noch nie und doch wiederholt sich das Ergebnis des Vorjahres. Beim Sportcup der beiden Wittenberger Gymnasien ist erneut das Luther-Melanchthon (LMG) als Sieger vom Platz gegangen.
wittenberg/MZ. 

Der Wanderpokal wandert damit auch dieses Jahr nicht zum Lucas-Cranach-Gymnasium (LCG) und bleibt, wo er ist.

Erst auf dem Platz Rivalen

Dass es zwischen den beiden Schulen gewisse Rivalitäten gibt, hört man oft. Auch Carolin Pielorz, Schülersprecherin des LMG, kennt die pauschalen Vorurteile. Sie erzählt als Gegenbeispiel aber auch von den Vorbereitungen des Cups, "und die verlaufen harmonisch. Rivalen sind wir dann erst auf dem Platz".

Und auch wenn es Spaß machen soll, "wenn ich die Mannschaften zusammenstelle, achte ich schon darauf, dass Profis antreten". Aus den Klassen der Sekundarstufen I und II werden die Mannschaften mit den Wunschspielern zusammengestellt. Das gemeinsame Training kommt zum Schulalltag hinzu.

Ein bisschen mehr davon hätten seine Handballer gebraucht, schätzt LCG-Sportlehrer Michael Wartmann am Ende ein und versucht gar nicht erst, die Enttäuschung über die Niederlage wegzureden. Gerade weil das Ergebnis so knapp war. Ein nach zwei Sätzen unentschiedenes Volleyballmatch musste nach Punkten entschieden werden. Punkte, die dann auch den abschließenden Gleichstand zwischen LMG und LCG zugunsten der Hundertwasserschüler entschieden.

Sehr zur Freude von Jörg Eichelborn, Sportlehrer am LMG. Die beiden Kollegen kennen sich, haben bei der Organisation dieses Vormittags geholfen und finden, "dass Späßchen dazu gehören", etwa die kleinen Sticheleien der Sieger. Denn trotz alledem gehe es fair zu, da sind sie sich einig.

An die Idee des Wettstreits zwischen den englischen Elite-Universitäten Oxford und Cambridge erinnere die Veranstaltung, sagt LCG-Direktor Bernd Ludlei. Was für die einen eine Niederlage ist, formuliert er lachend zu einem "hervorragenden zweiten Platz" um. Und nachdem die Cranach-Gymnasiasten in dieser Woche schon den Fußballcup gewonnen haben, "wäre dieser Sieg fast zu viel des Guten".

Gemeinsam in einem Verein

Ganz so gelassen werden es seine Schüler vielleicht nicht sehen, wäre ihnen der Pokal doch lieber gewesen. "Klar hätten wir ihnen gern eins auf die Mütze gegeben", sagt Eric Saage, stellvertretender Sprecher der Cranach-Schüler, und lenkt sofort ein, dass man sich trotz vermeintlicher Rivalitäten ja doch untereinander kenne, befreundet sei. Bestes Beispiel sind er und seine Freundin, LMG-Schülersprecherin Carolin Pielorz. Außerdem spielen viele von denen, die am Donnerstag gegeneinander angetreten sind, sonst im selben Verein.

Bei Handball und Fußball stand Eric Saage selbst im Tor, hatte aber auch schon vorher alle Hände voll zu tun. Das Punktesystem und den Tagesablauf klären, den Bürgermeister für die Eröffnung einladen, Urkunden vorbereiten und nebenbei noch in die Schule gehen.

"Mit dem Einlaufen der Sportler ist eine ganze Menge Stress abgefallen", sagt er. Stress, den sich die Schüler beider Gymnasien nächstes Jahr wieder machen. Die einen, um den Titel zu verteidigen, die anderen, um den Pokal endlich mal wieder wandern zu lassen.