SV Halle Lions: Keine Arena, kein Europacup

10.05.2012 20:31 Uhr | Aktualisiert 10.05.2012 20:48 Uhr
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Fans feiern das Team

Die Fans in der Burghalle feiern Daphanie Kennedy und das Team. (FOTO: LÖFFLER)

Von Christoph Karpe
Halles Basketballerinnen können am Freitag Deutscher Meister werden. Doch ihre Sporthalle ist alles andere als meisterlich.
Halle (Saale)/MZ. 

"Rock the Nation" steht auf dem Aufkleber am unteren Korbrand. Das Motto eines Radiosenders, dessen Logo ein Fan in der Burghalle angepappt hat, steht am Freitag allerdings für Basketball. Die Damen der SV Halle Lions schicken sich am Abend an, den Meistertitel an die Saale zu holen. Noch ein Sieg gegen den BV Wolfenbüttel in der Finalserie ist nötig, dann ist das sportliche Wunder perfekt.

Zumindest wäre der Titel eine Sensation. Schließlich war Halle nach dem siebten Liga-Spieltag Tabellenletzter. Die Aussicht auf den Coup hat die Stadt Halle, die sich sowieso schon wegen des möglichen Aufstiegs der HFC-Fußballer in großer Vorfreude befindet, auch in Basketball-Euphorie versetzt. Doch es gibt zugleich ein akutes Defizit, das die schöne Stimmung trübt: Halle fehlt eine Ballsport-Arena.

2 500 Menschen wollten am Freitag die mögliche Titelentscheidung verfolgen. Mit Ach und Krach passen 500 Zuschauer in die marode Arena. Vorbestellungen wurden abgelehnt. Wer etwa drei Stunden vor dem Anwurf um 19 Uhr vor Ort ist, könnte Glück haben und noch hineinschlüpfen.

Natürlich wird jetzt aus gegebenen Anlass über eine neue Ballsportarena heiß diskutiert. Schließlich hat der Stadtrat im Zuge des Stadion-Baus zugleich bestimmt: Die Halle mit 1 500 Plätzen kommt. Mehr ist seit 2009 nicht passiert. Aus der Stadtverwaltung heißt es nun: "Die Oberhoheit liegt bei der städtischen Bäder GmbH", so Pressesprecher Steffen Drenkelfuß. Die gehört zu den Stadtwerken. Auch von dort gibt es nichts Handfestes. "Die Sache ist noch in Abstimmung", sagt Pressechefin Iris Rudolph. Lions-Geschäftsführer Ralph Gonschorek lässt sich nicht entmutigen. "Ich habe gehört: Hinter den Kulissen tut sich doch etwas." Das Land verlangt bis Juni ein Konzept, damit Fördermittel fließen können. Die Zeit drängt also.

Doch für eines käme selbst eine Jetzt-geht's-los-Entscheidung garantiert zu spät: Für einen Auftritt der Lions auf internationaler Bühne - wofür sie der Titel qualifizieren würde. "Wir müssten auf einen Start im Europacup verzichten. Unsere Burghalle erfüllt einfach nicht die Mindestanforderungen", sagt Gonschorek.

Doch das ist am Freitag zunächst zweitrangig: "Wenn wir den Titel holen, wäre das der absolute Wahnsinn", so Gonschorek.