Rafael Nadal und Turnierchef Ralf Weber schneiden die Torte an. (FOTO: AFP)
Und dann der große Akt: Um 14.24 Uhr schnitt Weber gemeinsam mit dem Beschenkten die Leckerei mit der großen Sieben an - ein Zeichen für die Rekordzahl an French-Open-Titeln, die der Spanier seit Montag gewonnen hat.
Nadal hatte zuvor das Hotel in Halle bezogen und über die Roger-Federer-Allee bequem den Sportpark erreicht. Seit Montag ist die Verbindung zwischen Tennisstadion und Unterkunft nach dem sechsmaligen Wimbledonsieger aus der Schweiz benannt. Der siebenfache Paris-Sieger wird bestimmt nichts dagegen einzuwenden haben. Er schätzt Federer, der ebenfalls in Halle aufschlägt, sehr und spricht immer hochachtungsvoll vom "besten Spieler, den das Tennis hervorgebracht hat."
Der 26 Jahre alte Spanier gehört natürlich ebenfalls in die Reihe der ganz Großen. Elf Major-Titel hat er nun gesammelt, 16 Federer. "Ich denke nicht darüber nach, dass Rafa mich vielleicht in der Grand-Slam-Statistik einholt. Dafür sind unsere Karrieren zu unterschiedlich", sagte Federer in Halle.
In der Tat: Auf dem roten Ziegelmehl gibt und gab es niemand Besseren als den Mann aus Mallorca. "Er ist der beste Spieler in der Geschichte auf Sand", legte sich auch Novak Djokovic nach seiner Final-Niederlage in Paris fest. Nadal, der abseits so schüchtern und zurückhaltend auftritt, fühlt sich angesichts der vielen verbalen Blumensträuße geschmeichelt. "Ich weiß nicht, ob ich der Beste bin oder nicht. Ich bin nicht der Richtige, um das beurteilen zu können."
Nadal allerdings allein auf einen Sandplatzspezialisten zu reduzieren, würde in die Irre führen. Der Linkshänder hat schließlich jedes der vier Grand-Slam-Turniere mindestens einmal gewonnen - und Wimbledon sogar zweimal. Es bleibt allerdings in diesen Tagen spannend, wie schnell ihm nun die Umstellung auf die kurze Rasensaison mit zwei Turnieren in Halle und Wimbledon gelingt. Ende Juli steht dann sogar noch ein dritter Wettbewerb auf dem Grün an - die Olympischen Spiele in London.
Mats Wilander, der Nadal den Siegerpokal in Paris überreichte, sieht überhaupt keine Probleme. "Rafael hat keine Schwächen im Spiel und zudem seinen Aufschlag enorm verbessert", sagte die schwedische Tennis-Legende. Deshalb werde es nicht lange dauern, bis er auch auf Rasen seinen Rhythmus habe. Hier gilt aber Federer dennoch als der Bessere.