Tennis: Lisicki und Mayer kämpfen sich weiter zur Spitze

27.06.2012 17:30 Uhr
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Sabine Lisicki musste schwer kämpfen. (FOTO: DPA)

Von Reinhard Sogl
Am Tag, als Prinz Charles Wimbledon einen Besuch abstattete und den Dreisatzsieg von Rasenkönig Roger Federer gegen den Italiener Fabio Fognini live miterlebte, ist Sabine Lisicki der königlichen Box auf dem Centre Court wieder einen Schritt näher gekommen.
London/dapd. 

Am Tag, als Prinz Charles erstmals seit 1970 wieder Wimbledon einen Besuch abstattete und den Dreisatzsieg von Rasenkönig Roger Federer gegen den Italiener Fabio Fognini live miterlebte, ist Sabine Lisicki der königlichen Box auf dem Centre Court wieder einen Schritt näher gekommen. Die Tennisspielerin aus Berlin, die sich vor einem Jahr im Halbfinale der All England Championships vor royalen Häuptern präsentiert hatte, zog durch einen Dreisatzsieg in die dritte Runde des bedeutendsten Turniers der Welt ein.

Auch Florian Mayer musste über die volle Distanz gehen, um sich durch einen Sieg im Bayreuther Stadtduell gegen Philipp Petzschner einen Platz in der Runde der besten 32 zu sichern. Julia Görges aus Bad Oldesloe und Björn Phau aus Weilerswist meisterten ihre Auftakthürden.

Es war ein hartes Stück Arbeit für Lisicki, bis sie nach 2:24 Stunden und dem verwandelten vierten Matchball zum 3:6, 6:2, 8:6-Sieg über die Serbin Bojana Jovanovski die Faust ballen und den Daumen nach oben recken konnte. „Ich habe mich durchgekämpft und jetzt die Chance, es in der nächsten Runde besser zu machen“, sagte sie erleichtert nach dem Erfolg über die 20-Jährige, über deren Stöhnen sie sich beim Schiedsrichter beschwerte. „Ich konnte den Aufprall des Balls nicht hören“, begründete sie ihre Intervention.

Zwölf Doppelfehler von Lisicki

Von ihrer Aufschlagstärke, die sie auf Rasen für ihre Gegnerinnen so gefährlich macht, war fast das ganze Match über nichts zu sehen. Vor allem im ersten Satz wollte Lisicki die Spieleröffnung nicht gelingen. „Ich war ein bisschen nervös“, gab sie zu. Die Weltranglisten-15. leistete sich sieben der insgesamt zwölf Doppelfehler im ersten Durchgang, die der 102 Plätze hinter ihr notierten Gegnerin die Führung leicht machten.

Die Deutsche aber kämpfte sich zurück. Ihr unterliefen weniger leichte Fehler, zudem glückten ihr mit der Vorhand mehr Gewinnschläge von der Grundlinie. „Ich habe aggressiver und variabler gespielt“, sagte sie und bezeichnete das Break zum 4:2 im zweiten Satz als Wendepunkt. Im dritten Satz gab sie zwar gleich zu Beginn ihren Aufschlag ab, schaffte aber postwendend das Rebreak. Bei 6:5-Führung vergab sie drei Matchbälle, den vierten nutzte sie. „Es zeichnet die guten Spielerinnen aus, dass sie einen Weg finden zu gewinnen, auch wenn sie nicht ihr bestes Tennis spielen.“

Das beste Tennis spielte auch Florian Mayer nicht, der ebenfalls einen schwachen Start hatte. Der Weltranglisten-29. lag gegen seinen Trainingspartner zwei Sätze zurück. Doch dann verlor Doppelspezialist Petzschner, Wimbledonsieger 2010 im Doppel an der Seite von Jürgen Melzer, immer häufiger die Sicherheit beim Aufschlag. Mayer spielte seine Stärke von der Grundlinie aus und machte nach 2:41 Stunden den Sack zu zum 3:6, 3:6, 6:4, 6:2, 6:4-Sieg. Auch im ersten deutschen Duell am späten Dienstagabend waren Sieger Philipp Kohlschreiber und Tommy Haas über fünf Sätze gegangen.

Phau erstmals seit sechs Jahren in der zweiten Runde

Julia Görges aus Bad Oldesloe gewann das am Dienstag wegen Regens und Dunkelheit abgebrochene Match gegen die Israelin Shahar Peer mit 6:2, 6:2. „Ich habe aggressiv mein Spiel weitergespielt und gut serviert. Ich bin zufrieden“, fasste die 23-Jährige ihren Auftritt zusammen. Erfolgreich nachgesessen ist auch Björn Phau aus Weilerswist. Der 32-Jährige besiegte den zuletzt wegen des Besitzes von Wachstumshormonen gesperrten Wayne Odesnik aus den USA 6:3, 3:6, 6:7 (3:7), 6:3, 6:4 und erreichte erstmals seit den US Open 2006 bei einem Grand-Slam-Turnier die zweite Runde. Ausgeschieden sind Annika Beck aus Bonn und Dustin Brown aus Celle. Die 18 Jahre alte French-Open-Siegerin bei den Juniorinnen unterlag der Weißrussin Olga Gowortsowa 3:6, 6:3, 3:6. Der Deutsch-Jamaikaner verlor 6:7 (5:7), 4:6, 4:6 gegen den Spanier David Ferrer.