Irene Ivancan hat mit dem TTC Berlin die Champions League gewonnen. (FOTO: DPA)
Die Tischtennis-Damen vom TTC Berlin Eastside haben als erstes deutsches Team die Champions League gewonnen. Nach einem dramatischen Finale in Wien wurde bei McDonalds und in einer Tankstelle gefeiert.
Von einem würdigen Rahmen nach dem größten Erfolg der Clubhistorie konnte keine Rede sein - aber das sollte die Freude der Berliner Tischtennis-Damen über den Gewinn der Champions League in Wien nicht schmälern. „Den Pokal hielten wir kurz vor Mitternacht in unseren Händen, da war draußen in Schwechat schon allgemein tote Hose“, berichtete Alexander Teichmann, der Präsident des TTC Berlin Eastside. Also feierten Berliner das 2:3 am späten Montagabend beim SVS Ströck, das wegen des 3:2-Erfolgs im Hinspiel dennoch zum Titel gereicht hatte, erst bei McDonalds und dann an einer Tankstelle.
Von der „schönsten Niederlage der Vereinsgeschichte“ sprach der TTC-Chef nur Stunden nach den dramatischen Spiel in Österreich. Noch nie hatte eine deutsche Damen-Mannschaft diesen 2005/06 gegründeten wichtigsten Wettbewerb im europäischen Tischtennis für sich entschieden. „Das wir diesen Pokal gewonnen haben, hat für uns eine gewaltige Bedeutung“, betonte Teichmann. „Das war ein unfassbarer Abend!“, schrieben die Berliner am Montag auf ihrer Facebook-Seite. Vor rund 1000 Zuschauern in der Halle der Werner Schlager Academy musste das TTC-Team bis zum letzten Duell von Vize-Europameisterin Irene Ivancan gegen Ströcks Spielerin Qianbing Liang zittern. Erst als die Berlinerin der zwischenzeitliche Ausgleich zum 2:2 gelang, war der Triumph perfekt. Dank eines 19:18-Verhältnisses nach Sätzen bestieg Eastside erstmals diesen europäischen Thron.
Der TTC-Vorgängerverein BSG Außenhandel hatte zu DDR-Zeiten zweimal den EC-Meisterpokal (1968, 1969) erobert, nach der Wende gewann 3B Berlin (2002, 2004, 2007) dreimal den ETTU-Europacup. „Bei uns ist die Mannschaft der Star“, hob Managerin Tanja Krämer hervor. Das war Werbung für unseren Sport, ganz große Klasse.“ Laut Teichmann habe der Erfolg bewiesen, „dass es auch ohne Chinesinnen geht“.
„Der Pokal sieht prächtig aus. Wir werden nun einen gebührenden Platz für ihn suchen. Wir hoffen, dass uns der Titel bei der Sponsorenakquise hilft und uns auch bei der Vergabe öffentlicher Gelder eine Bonus verschafft. Und auch auf die Liste der Berliner Sportler des Jahres-Wahl sollen wir es nun wohl schaffen“, sagte Teichmann, der in Österreich einen weiteren Grund zur Freude hatte: Der Präsident gewann in der Halle bei einer Tombola 1000 Euro.
Drei der Champions-League-Gewinnerin (Georgina Pota, Petra Lovas und Ersatzfrau Polina Michailowa) traten von Wien aus die Weiterreise nach Budapest und Zagreb an, wo sie bei den Croatian Open antreten werden. Ivancan wird über Pfingsten einige Erholungstage einlegen und dann in die Olympia-Vorbereitung starten.