Triathlon: Frodenos Teilnahme in London weiterhin offen

10.05.2012 17:42 Uhr | Aktualisiert 10.05.2012 17:47 Uhr
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Jan Frodeno

Es ist derzeit immer noch offen, ob Jan Frodeno bei den Olympischen Spielen 2012 in London teilnehmen wird. (FOTO: DPA)

Von Benjamin Burkarth
Triathlet Jan Frodeno lässt seine Teilnahme an den Olmypischen Spielen 2012 weiter offen. Nach einer langwierigen Nerven-Verletzung will er nur bei 100-prozentiger Fitness an den Start gehen.
SAARBRÜCKEN/SID. 

Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno lässt seine Teilnahme an den Olmypischen Spielen 2012 weiter offen. Nach einer langwierigen Nerven-Verletzung will der 30-Jährige nur bei 100-prozentiger Fitness in London an den Start gehen.

Jan Frodeno ist ein Kämpfer - aber auch ein Realist: Als Triathlet ist es der 30-Jährige gewohnt, sich durchzubeißen, er kennt aber auch die Grenzen seines Körpers ganz genau. Ein Verzicht auf die Sommerspiele 2012 in London (27. Juli bis 12. August) ist daher für den Olympiasieger von 2008 wegen anhaltender Verletzungssorgen weiter ein Thema. „Bis Mitte Juni muss der Fuß zu 100 Prozent belastbar sein. Wenn das nicht der Fall ist, werde ich sicher nicht als Statist nach London fahren. Es ist auf des Messers Schneide“, sagte Frodeno dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Der Saarbrücker laboriert weiter an den Folgen einer zunächst nicht diagnostizierten Nervenentzündung im Unterschenkel. Hinter Frodeno liegt eine kleine Odysee, bis die Gründe für seine Verletzungssorgen endlich geklärt waren. Die Schmerzen hatten vom Unterschenkel zunächst in die Achillessehne ausgestrahlt, deswegen war die tatsächliche Ursache der Probleme zunächst nicht erkannt worden. Kurz vor der Abreise zum Rennen der Triathlon-WM-Serie in San Diego (14. Mai) waren die Beschwerden dann erneut aufgetreten. An Lauftraining ist derzeit nicht zu denken: Mit Aguajogging versucht sich „Frodo“ in Form zu halten. Aber die Zeit droht ihm davonzulaufen.

Das weiß auch Frodeno: Die momentane Situation ist für den Ausnahme-Triathleten auch mental belastend. So waren die letzten Wochen „sehr schwierig“. Frodeno: „Eine Nervenverletzung ist sehr selten und sehr komplex. Immer wieder musste ich das Training für Arztbesuche unterbrechen.“ Zumindest kann sich Frodeno der Unterstützung der Deutschen Triathlon Union (DTU) sicher sein. Eigentlich müsste er sein Olmpia-Ticket noch mit einer Top-20-Platzierung in einem internationalen Rennen bestätigen. Derzeit ist aber nicht abzusehen, ob er beim vorgesehenen Olympia-Qualifikationsrennen in Madrid (26./27. Mai) überhaupt an den Start gehen kann.

„Was es mit mir nicht geben wird, ist, dass Jan auf Biegen und Brechen in Madrid an den Start geht und es dann einen weiteren Rückfall gibt“, sagte DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel dem Triathlon-Magazin tri-mag.de. „Wir brauchen Jan nicht in Madrid, sondern wir wollen ihn topfit im August in London sehen.“ Derzeit scheint es möglich, dass Frodeno von seinem Verband auch ohne eine entsprechende Platzierung für Olympia nominiert wird. Frodeno nimmt das „einen riesen Druck von den Schultern“. Zudem gibt es Selbstvertrauen, dass die DTU „an mein Talent und meinen Willen glauben“.

Nicht nur deswegen glaubt Frodeno weiter an seine Chancen: „Ich trainiere wie ein Olympiasieger. Auf dem Rad und beim Schwimmen zeige ich beim Training gute Leistungen.“ Und sogar den Problemen in den vergangenen Wochen kann Frodeno etwas Positives abgewinnen: „Alles Negative hat auch sein Gutes. Ich habe eine Frische, die ich so vielleicht noch nie hatte. Wenn alles gut läuft, kann es noch klappen.