Hirsch und Fahrig (ARCHIVFOTO: LÖFFLER)
Seinen Schützling Matthias Fahrig hielt in den trainingsfreien Stunden dagegen nichts in dem Objekt, in dem er noch zehn Tage lang logieren wird. Er ließ sich lieber von seinem Zimmerkollegen Andreas Bretschneider in die Ortschaft chauffieren und belohnte sich mit einer kleinen Shoppingtour und einer Portion Nudeln beim Italiener.
Ganz unterschiedlich also tanken Halles Turn-Ass und sein Trainer noch einmal Kraft für die betriebsamen Tage bis zur EM. Dass Fahrig bei dieser dabei sein wird, hatte sich am Mittwochabend entschieden. Beim verbandsinternen Ausscheid zeigte der 26-Jährige - seit langem mal wieder - an seinen Paradegeräten Sprung und Boden die am höchsten benoteten Übungen. Auch am Barren kam er unter die Top drei. "Das war gut", sagte Ronneburg. "Jetzt werden wir daran arbeiten, dass das bis zur EM sehr gut wird und bei Olympia dann perfekt. Noch gibt es ein paar Hausaufgaben zu erledigen."
Fahrig war dennoch zufrieden. Vom ersten Gerät an hatte er ein gutes Gefühl. "Ich bin positiv herangegangen, die Trainingsergebnisse haben mir Mut gemacht."
Auswahltrainer Andreas Hirsch bescheinigte Fahrig eine Steigerung. "Nur über Sprung und Boden findet Matthias Zugang zur Mannschaft", betonte Hirsch und lobte insbesondere Fahrigs Auftritt am Boden. "Mit dieser schwierigen Übung kann er in den Medaillenbereich kommen." Auch beim Sprung gibt der Schwierigkeitsgrad das her, allerdings fehlte da noch die Qualität. Bei der EM ab 21. Mai in Montpellier soll alles passen.
Einfluss auf die Nominierung für Olympia hat das Championat nicht. Dafür wird es eine separate Qualifikation geben. "Die EM kann aber dem Einzelnen Auftrieb geben. Und man kann einen Mangel erkennen und reagieren", sagt Hirsch. Insgesamt sollte man die Ergebnisse aber nicht überbewerten. "Es ist eine Zwischenetappe."