Die Turnstars Elisabeth Seitz und Fabian Hambüchen freuen sich auf die Olympischen Spiele in London. (FOTO: DPA)
Ein Routinier und eine Olympia-Debütantin sollen die deutschen Kunstturn-Riegen bei den Spielen von London anführen. Wie erwartet schlug der Deutsche Turner-Bund (DTB) am Sonntag den ehemaligen Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen aus Wetzlar sowie die Mannheimerin Elisabeth Seitz, aktuelle Vize-Europameisterin im Mehrkampf, zur Nominierung vor. Für den 30-maligen deutschen Meister, der am Samstag wie Seitz in Frankfurt/Main die zweite Olympia-Qualifikation für sich entschieden hatte, wäre es bereits die dritte Olympia-Teilnahme.
„Wir können ein leistungsstarkes Team aufbieten, das auch die eine oder andere Medaillenchance hat“, sagte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam bei der Präsentation der Olympiakandidaten. Zu Hambüchen gesellen sich der zweimalige Vize-Weltmeister im Mehrkampf, Philipp Boy (Cottbus), Barren-Europameister Marcel Nguyen aus Unterhaching, der Hannoveraner Andreas Toba und Sebastian Krimmer aus Stuttgart.
Die deutsche Frauen-Riege wird durch die Vize-Weltmeisterin beim Sprung, Oksana Chusovitina (Herkenrath), die Detmolderin Nadine Jarosch, Kim Bui aus Stuttgart und die Ulmerin Janine Berger komplettiert. „Unser Team ist leistungsstark, frech und dynamisch und will in London viel erreichen“, sagte Aktivensprecherin Bui. Die 23-Jährige hatte Olympia 2008 knapp verpasst.
Erneut nicht dabei ist Matthias Fahrig. Der ehemalige Mannschafts-Europameister offenbarte an seinen Spezialgeräten Boden und Sprung bei den beiden Qualifikations-Wettkämpfen zu viele Schwächen und ist daher nicht mal als Reserveturner eine Option. Für diese in den allermeisten Fällen undankbare Position sind Thomas Taranu aus Straubenhardt und die Chemnitzerin Lisa-Katharina Hill vorgesehen. Das Trampolinturnen und die Rhythmische Sportgymnastik eingeschlossen, entsendet der DTB die Rekordzahl von 18 Athleten nach London.
DTB-Präsident Rainer Brechtken: „Wir haben keine konkreten Vorgaben an unsere Sportler, aber wir erwarten ab sofort eine volle Konzentration auf Olympia.“ 2008 in Peking hatte Hambüchen mit Bronze am Reck die einzige deutsche Medaille geholt, die Gymnastik-Wettbewerbe fanden seinerzeit ohne deutsche Beteiligung statt.