"Fast" oder "beinah" sind Wörter, die Sportler nicht mögen. Denn ein Fast-Sieg gibt es nicht, und "wir haben beinah gewonnen", sagt auch keiner.
Als am Dienstagabend der Schlusspfiff der Partie HSV Naumburg-Stößen gegen die A-Jugend der Füchse Berlin ertönte, hatten sicherlich einige Zuschauer im Naumburger Euroville genau dieses kleine, aber undankbare "fast" auf der Zunge. Denn bis in die zweite Halbzeit lag das Team von Trainerin Ines Seidler vorn. Mit einem 20:18 ging der HSV zuvor in die Halbzeit. Doch in der letzten Viertelstunde wendete sich das Blatt der temporeichen und am Ende auch torreichen Partie, in der die Gastgeber gut mithalten konnten trotz einer dünnen Personaldecke: Mit Marcel Kilz, Ants Benecke und Marcus Deibicht fehlten der Mannschaft aus verschiedenen Gründen, so Seidler, gleich drei Mittelmänner.
Dem Deutschen Meister seiner Altersklasse, der mit einer offensiven 3:3-Abwehr spielte, gelang in der 38. Minute der Ausgleich und wenig später, die Führung zu übernehmen. Statt wieder heranzukommen, scheiterte Sebastian Fende mit einem Strafwurf am Füchse-Keeper, auch im Nachgang kam der Ball nicht in die Maschen. Symptomatisch für diese letzte Phase, die zwar an die Substanz der Gastgeber ging, aber den Kampfgeist der HSV-Truppe nicht schwächen konnte. Vielleicht lag es auch an den klappernden Kartonfächern, die vor dem anschließenden Spiel der Füchse Berlin gegen den SC Magdeburg an die Zuschauer verteilt worden waren und akustisch für Stimmung in der Halle sorgten. Trainerin Ines Seidler stellte ihren Schützlingen trotz der 39:42-Niederlage gegen das Team von Jugendfüchse-Coach Bob Hanning ein gutes Zeugnis aus: "Ich bin zufrieden. Die Mannschaft hat ihre Aufgabe gut gelöst und wir haben uns hier als Gegner gut verkaufen können. Das war ein Top-Training für uns." Nach dem Einstand von Neuling Jann Wiesigkstrauch (Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz) im ersten Testspiel gegen die Ex-Oberligisten des HSC Erfurt - der HSV gewann in der heimischen Sporthalle in der Seminarstraße mit 39:32 (Tageblatt / MZ berichtete) - gab es nun auch Lob für den zweiten Neuzugang Stephan Meyer (SV Steuden). "Seine Leistung war voll in Ordnung", so Seidler. Am Ende konnte Naumburg-Stößen erneut auf Holz klopfen: Denn wieder lief das Testspiel glimpflich ab, das in jenem Fall sehr körperbetont bestritten wurde. Dem Euroville wird der HSV erhalten bleiben, ein Trainingslager soll in der Trainingsphase folgen. Der Saisonstart findet am 16. September auswärts gegen LSV Ziegelheim statt.
Naumburg-Stößen:
Zacher, Beyer - Kluge (3), Seyfahrt (3), Meyer (3), Schindler (11), Fende (7), Ufer (12 / 3), Wiesigkstrauch, Baumgart Berlin :
Tepper, Güner - Nehls, Schumacher, Reißky, Wiede, Rühl, Siewert, Schade, Bauer, Müller, Clausen, Kassler, Weyhrauch, Drux., Scheithauer