Wrestling: Fliegende Leitern und Tische

02.07.2012 19:23 Uhr | Aktualisiert 02.07.2012 19:39 Uhr
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Wrestler beim Kampf

Joker (vorn) hat mit Beach Boy, Sven van Rawe und Majestic Donnevan wieder allerhand Unsinn im Kopf. (FOTO: UTE NICKLISCH)

Von ute nicklisch
Die Kampfsportshow Wrestling fand erstmals im Bernburger Kurhaus statt. Siegen mit Stolz, Verlieren mit Würde und Kämpfen mit Respekt und Leidenschaft ist das Motto der Bernburger Wrestler.
bernburg/MZ. 

"Lass dir das nicht gefallen Junge", tönte es lauthals aus den Publikumsreihen im Bernburger Kurhaus. Dort nämlich traten die "Luktatoren" der WSF und NGW beim "Titans Clash" im Ring gegeneinander an.

Wrestling wie man es aus dem Fernsehen kennt, war erstmalig auch im Bernburger Kurhaus zu erleben. Siegen mit Stolz, Verlieren mit Würde und Kämpfen mit Respekt und Leidenschaft ist das Motto der Bernburger Wrestler. Während schon des Öfteren derartige Veranstaltungen in der Bernburger Sporthalle Töpferwiese von statten gingen, war es im Kurhaus die erste dieser Art. "Die Location hier ist einfach super", schwärmt Daniel Tank.

Eine weitere Premiere gab es für Young Carrisson, der erstmalig ohne die Sicherheit seines Trainers Razorblade im Ring stand. Zwar ist der 16-Jährige bereits seit vier Jahren aktiver Wrestler, bisher jedoch immer unter Anleitung seines Trainers. Im Ring übernahm er deshalb auch die Rolle des Schwächeren und verbündete sich mit Norbert Langhans, der als "Nerd" stets alle studieren und herausfordern möchte. Was jedoch nicht immer mit einem Sieg für den Allwissenden endet. Die beiden Jünglinge kämpften gemeinsam gegen das 135-Kilo-Monster "Mincer" und mussten letztlich eine Niederlage einstecken.

Norbert Langhans, der als "Nerd" mit Hornbrille und Computertastatur stets die Rolle des Studierenden einnimmt, sagt begeistert: "Man kann sich beim Wrestling ein ganz eigenes Persönlichkeitsbild schaffen". Deshalb ist eine ernsthaftere Sportart nichts für ihn: "So etwas wie Boxen käme für mich nicht in Frage. Ich möchte die Leute unterhalten", so der 21-jährige.

Gleichzeitig fügt der 16-jährige Young Carrisson hinzu: "Trotzdem ist der Sport nicht ganz ungefährlich und verlangt nach körperlicher Fitness und regelmäßigem Training". Er selbst spricht dabei aus eigener Erfahrung, da er bereits eine Knieverletzung hinter sich hat. Dennoch ist das für ihn kein Grund zum Aufhören. "Das Feeling der begeisterten Zuschauer ist einfach genial", begründet er seinen Spaß am Wrestling.

Auch sein Trainer Razorblade konnte auf Grund einer Verletzung nicht am Match teilnehmen. Eigentlich sollte seine Karriere offiziell beendet sein. Doch auf Grund von aktuellen Herausforderungen steht dies unter einem großen Fragezeichen. Dennoch hatte die Veranstaltung für deren Fans so einiges zu bieten. Wobei alle Kämpfer des örtlichen Vereins sowie Gastringer aus ganz Deutschland ihr Können in sieben Kämpfen zeigten.

Erstmalig gab es beim "Titans Clash" in Bernburg auch ein sogenanntes TLC-Match (Tische, Leitern-Stühle-Match) gab. Was soviel bedeutet, dass echte Leitern, Tische Stühle und sogar eine Tür durch die Gegend flogen. Mancher Kämpfer landete im Eifer des Gefechts auch mal in den Zuschauerreihen, so dass diese schnell aufspringen mussten. Doch das ist es eben, was den Reiz für die Zuschauer ausmacht. Mit dabei waren unter anderem Daniel Tank "The Gambler", Jeo Monroe und Sven van Rawe. Nicht zu vergessen der lustige Joker, der wieder für viele Spaß sorgte. Als Combat Champion ging am Ende Sven van Rawe hervor.

Obwohl die Veranstaltung mit zahlreichen Highlights aufwartete blieb ein Großteil der Stühle in den Publikumsreihen unbesetzt. "Wir hätten uns ein paar mehr Zuschauer gewünscht, aber jetzt zur Sommerzeit war das zu erwarten", so Daniel Kleye, der mit im Vorstand des Bernburger Vereins agiert. Dennoch waren die wenigen Zuschauer begeistert vom Gezeigten. Kai Stobbe aus Güsten sagte: "Es ist einfach geil".