Tipp aus Röcken
Wolfgang Harnisch hatte der Zufall in die Ausstellung geführt. In der Region, die ihm vor 1984 Heimat war, schaut sich der 58-Jährige bei den Besuchen seiner Mutter mit der 83-Jährigen gemeinsam stets um. Auf den Spuren von Gustav II. Adolf in Lützen und denen von Friedrich Nietzsche in Röcken wollten sie dieses Mal wandeln. Weil der Tag als ein sehr heißer angekündigt war, blieb die Seniorin dann aber zu Hause in Halle und Wolfgang Harnisch machte sich allein auf den Weg nach Röcken und Lützen. Und in Röcken bekam er von Pfarrer Salomon den Tipp, dass gerade die Sonderausstellung zum Gegner Gustav Adolfs auf dem Schlachtfeld von 1632 zu sehen ist.
"Ich hätte etwas verpasst", gesteht der Gast ein, der zuvor vor allem die Gedenkstätte am Martzschpark zum Ziel hatte. Die Ausstellung sei sehr gut gemacht, selbst wer sich noch nicht mit Wallenstein beschäftigt habe, bekomme ein Bild von der schillernden Persönlichkeit. Nicht nur als Feldherr, sondern auch als Mensch mit seinem maßlosen Ehrgeiz und der Prunksucht lerne man Wallenstein kennen, anhand kurzer, sehr präg- nanter Texte mit vielen eigenen Aussagen werde die historische Figur lebendig.
Als ein ganz neues Gebiet habe sich für ihn auch die Schlachtfeldarchäologie geboten. "Das ist sehr interessant, so mehr über historische Ereignisse zu erfahren", lobt er den zweiten Ausstellungsteil.
Schnapszahl zum Einprägen
"Wir sind mit den Besucherzahlen zufrieden", sagt Maik Reichel, auch wenn sie noch nicht an die der Gustav-Adolf-Sonderausstellung von 2007 heranreichen. In Schweden beginnt Mitte Juni die Reisezeit und da erwartet er besonders die Gäste aus dem Norden. "Jetzt haben wir hintereinander so viele Menschen empfangen, dass wir einmal ein Zeichen setzen mussten", erklärt er, warum der 3 333. Besucher besonders gewürdigt wurde. "Schnapszahlen prägen sich besser ein als runde, außerdem sollte sich der Zählzyklus von dem der Gustav-Adolf-Ausstellung unterscheiden", so Reichel weiter.
Jeden Sonnabend 12 Uhr wird eine Führung durch die Schau angeboten.