Nicht nur Rollstuhlfahrer wie Uwe Hartmann sind an der Leißlinger Kreuzung Gefahren ausgesetzt. (FOTO: PETER LISKER)
Die Querung der B 87 in Leißling ist für Rollstuhlfahrer, Fußgänger und Radfahrer wegen fehlender Fußwege ein Problem. Doch jetzt ist ein viel größeres aufgebrochen: "Sollte wieder Erwarten keine Möglichkeit bestehen, Gehwege zeitnah anzulegen, wird der Regionalbereich Süd gehalten sein, die Signalisierung für Fußgänger außer Betrieb zu nehmen", heißt es in einem Schreiben der Landesstraßenbaubehörde. Die Behörde ist Bauherr der Bundesstraße sowie auch der Ampelanlage. Doch die Errichtung der Gehwege an den zu der Kreuzung führenden Straßen liegt in kommunaler Verantwortung beziehungsweise sogar in der der privaten Investoren, die damit ihre Grundstücke erschlossen haben möchten, also beim Einkaufscenter und Hotel. So erklärt das Amt auf Nachfrage der MZ.
"Ich habe die Problematik der Leißlinger Kreuzung bisher nicht als Wegebeziehung wahrgenommen", sagt Weißenfels' Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) und versichert, nun zu prüfen, ob und welche Versäumnisse es da gab und noch gibt. Schließlich ist die Zuwegung auch erst zum Weißenfelser Problem geworden durch die Eingemeindungen von Leißling und Langendorf.
Von Seiten der Gemeinde Leißling, des Saale-Unstrut-Centers sowie des Hotel "Schöne Aussicht" sei bereits 1996 der Wunsch geäußert worden, die Ampelanlage so zu erweitern, dass die Kreuzung auch von Fußgängern genutzt werden könne, äußert die Regionalbereichsleiterin der Landesstraßenbaubehörde Petra Witte. Die Kosten dafür hätten diese Seiten tragen wollen. 1997 sei vom Landkreis Weißenfels der Antrag auf die Ampelschaltung für Fußgänger gestellt worden. Als dann endlich alle Untersuchungen abgeschlossen und scheinbar auch die Voraussetzungen - sprich die Absicherung des Gehwegebaus - geschaffen waren (so vom Burgenlandkreis bestätigt!), wurde 2008 die Fußgängerschaltung realisiert.
"Ich habe mir die Hörner abgestoßen", sagt Geschäftsführerin Anke Münzner und zeigt sich enttäuscht, bisher von keiner Seite Unterstützung gefunden zu haben. "Offenbar funktioniert das nur aus eigener Kraft", sagt sie und stellt in Aussicht, sobald daranhängende Eigentumsfragen geklärt seien, wenigstens einen bestehenden Trampelpfad zu ihrem Hotel zu befestigen. Auch wenn es vielleicht die Minimalvariante wird, "irgendetwas passiert im nächsten Jahr von unserer Seite", sagt sie, um auf die Klagen der Rad- und Rollstuhlfahrer sowie Fußgänger, die ins Hotel kommen, zu reagieren. Gespräche habe es in der Vergangenheit viele gegeben, auch mit der Langendorfer Seite, doch passiert sei leider nichts. Sie wünschte sich noch einmal alle Verantwortlichen an einen Tisch, um Vorstellungen und Finanzierungsmöglichkeiten abzustimmen.
Die seit Januar das Saale-Unstrut-Center leitende Managerin Sandra Oßmann will nun dem Problem auch nachgehen, dass offenbar noch auf den alten Centereigentümer zurückgeht, aber bis heute wirkt. Sie konnte bisher noch keine Aussage treffen, wie ihr Haus zu dem Wegebau steht.