Ingrid Meineck-Schmiedl beim Gespräch in der MZ-Lokalredaktion. (FOTO: MZ)
Um 8 Uhr gibt es am Montag eine kurze Zusammenkunft mit den Führungskräften, anschließend eilt Ingrid Meineck-Schmiedl nach Naumburg zur Auftaktveranstaltung des Bundesprogramms "Mehr Frauen in Führungspositionen". Die neue Chefin der neuen Arbeitsagentur Weißenfels hat darin Erfahrung "und es bietet sich die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen".
Die 62-Jährige, die 22 Jahre lang die Arbeitsagentur im thüringischen Altenburg geleitet hat, lässt nichts anbrennen, will vom ersten Tag an präsent sein. Seit Sonntag gibt es die Agentur Weißenfels offiziell, am Montag ist sie noch geschlossen, ab Dienstag steht sie nach der Trennung von der Agentur Merseburg den Arbeitslosen mit all ihren Ansprechpartnern in Weißenfels sowie in den Geschäftsstellen Zeitz und Naumburg wieder voll zur Verfügung.
Ingrid Meineck-Schmiedl kommt mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Burgenlandkreis. Sie hängt an Altenburg, weil sie eben dort die Agentur vor 22 Jahren aufgebaut hat, weil sie dort geboren ist und weiter ihren Lebensmittelpunkt hat. "Aber es ist auch eine schöne Sache, mit 62 Jahren noch einmal etwas Neues anzufangen", sagt sie. Auch wenn die Umstände ihr den Wechsel etwas schmackhaft gemacht haben. Denn Altenburg ist künftig lediglich noch ein Teil der Agentur Gera. Weiter in der Funktion der Chefin tätig zu sein, gefällt ihr aber besser.
Und sie glaubt an eine spannende Zeit. Wenn auch die Grundstruktur da ist, ist es doch eine Aufbauarbeit. "Neu ist für mich zum Beispiel die Zusammenarbeit mit einem Jobcenter, an dem die Arbeitsagentur nicht beteiligt ist", sagt sie. Neu ist für sie ebenso, dass im Burgenlandkreis 80 Prozent der Arbeitslosen in den Bereich des Sozialgesetzbuches II fallen, also Arbeitslosengeld II beziehen. "In anderen Kreisen liegt der Anteil bei zwei Dritteln."
Diese besondere Konstellation sagt ihr, dass ein enger Kontakt zum Jobcenter gebraucht wird. Ähnlich hatte sich auch dessen Betriebsleiter Berndt Lampe geäußert. Er wolle schnell den Kontakt suchen. Beide Betriebe werden sich brauchen, um ihr Klientel mit Jobs versorgen zu können.
Zusammenarbeit scheint auch beim Arbeitgeberservice geraten. Sowohl Jobcenter als auch Agentur stehen bei den Unternehmen auf der Matte und suchen nach Arbeitsplätzen. Auch wenn man laut Lampe keinen gemeinsamen Arbeitgeberservice anstrebt, könnte die Kooperation hilfreich sein, auch im Hinblick auf das Nervenkostüm der Arbeitgeber.
Aufbauarbeit muss Ingrid Meineck-Schmiedl aber auch in anderer Hinsicht leisten. Denn noch steht nicht fest, wo die Zentrale der Agentur Weißenfels sein wird. Momentan bleibt es die Geschäftsstelle an der Promenade. "Aber wir werden spätestens bis Ende Oktober 2013 ein neues Objekt beziehen", sagt die Chefin. Das könne ein Neubau ebenso sein wie ein saniertes Gebäude, in jedem Fall will sich die Agentur aber dort einmieten. Wo, das sei momentan noch völlig offen. In Weißenfels ist seit langer Zeit das Saalecenter (ehemals Sparkasse) am Niemöllerplatz im Gespräch oder auch die Baulücke neben dem Fürstenhaus in der Leipziger Straße. Die Ausschreibung sei raus, man müsse jetzt die Angebote abwarten, so Meineck-Schmiedl.