Noch stehen einige Reste der großen Halle, in der vorübergehend das Ludorium genannte Theater der Landesschule sein Domizil hatte. (FOTO: TORSTEN BIEL)
Im kommenden Jahr werden dann noch Kräuter- und Rebgarten sowie ein Spielplatz errichtet, wobei die Begrünung allerdings später ansteht.
Derzeit erfordert diese Vision allerdings noch etwas Vorstellungskraft. Ist doch das Gelände großflächig mit Bauschutt bedeckt, rücken große Bagger gerade den letzten Säulen zu Leibe, die noch vor Kurzem eine große Halle gestützt haben. Deren Beseitigung ist Teil des Projekts "Touristische Erschließung Kloster Pforta". "Bis Ende Mai sollen die Abrissarbeiten abgeschlossen sein", sagte am Dienstag Maik Reichel, Prokurator der Stiftung Schulpforta. "Danach haben die Archäologen das Sagen."
Bei einem Rundgang durchs Stiftungsgelände mit Naumburgs OB-Stellvertreter Gerd Förster und Landesschul-Rektor Bernd Westermeyer informierte Reichel über den Baustart. Der sollte eigentlich schon rund ein Jahr früher beginnen. Doch Verzögerungen bei der Ausreichung der Fördermittel vom Land Sachsen-Anhalt - sie war erst am 21. Dezember 2011 erfolgt - sorgten für eine Verschiebung der Arbeiten. Trotzdem ist Förster froh, dass es im Vorjahr mit dem Geldsegen aus Magdeburg überhaupt noch geklappt hatte. Denn bei weiteren Verzögerungen, da ist sich das Vize-Stadtoberhaupt ziemlich sicher, wäre das Vorhaben wohl finanziell genauso gescheitert wie das nun wegen fehlender Landeszuwendungen begrabene Projekt Kurpromenade Bad Kösen.
Immerhin wird die symbolträchtig im 20. Jahr der Wiedergründung der Stiftung in Angriff genommene Umgestaltung des früheren Volksgutes mit 90 Prozent gefördert. Ute Freund, Leiterin des Fachbereichs Bau der Stadtverwaltung, nennt die konkreten Zahlen: Die Landeszuwendungen betragen knapp 2,93 Millionen Euro. Wobei nicht alle Teile der Gesamtinvestition von annähernd 3,59 Millionen Euro bezuschusst werden. Trägt doch die Stiftung, die die Fördermittel mit dem notwendigen Eigenanteil untersetzt, auch einen Teil der Aufwendungen allein. So für die Neugestaltung der Einfahrt ins frühere Klostergelände.
Die wird so erweitert, dass Busse in einem Zug und auch im Gegenverkehr zum Parkplatz des künftigen Besucher-empfangszentrums im Bereich eines früheren Schafstalls gelangen können. Die Arbeiten sollen größtenteils während der Sommerferien laufen, der Parkplatzbau im November unter Dach und Fach sein. Der Bau des Empfangszentrums selbst wird erst 2013 in Angriff genommen, die Fertigstellung ist dann für 2014 eingetaktet.
Bei diesem Teil der Planungen gab es Veränderungen. Ursprünglich war vorgesehen, das Gebäude zu unterkellern und dort Nebenräume sowie ein Gelass zum Abstellen von Fahrrädern zu integrieren. Doch der Bau der dafür notwendigen "weißen Wanne" aus Beton zum Schutz vor Wassereinbruch erwies sich als zu aufwendig, so dass nun ein separater Fahrradschuppen errichtet werden soll.