Burgenlandkreis: Chemie im Dialog

11.05.2012 19:51 Uhr | Aktualisiert 11.05.2012 20:34 Uhr
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Katja Patzsch

Katja Patzsch wird Restholz im Fraunhofer Zentrum aufspalten. (FOTO: PETRA WOZNY)

Von Petra Wozny
Einzigartig - das ist die richtige Beschreibung für die Fachmesse der Dienstleister am Chemiestandort Leuna. Zum siebenten Mal fand sie statt und war mit 80 Ausstellern, darunter 17 Neulinge, bis unters Dach des Kulturhauses ausgebucht.
Leuna/MZ. 

Zum ersten Mal nahmen sie an der einmal jährlich im Leuna cCe-Kulturhaus stattfindenden Fachmesse "Leuna-Dialog" teil - und mussten am Donnerstag draußen vor der Tür bleiben. "Unser Ausstellungsstück ist einfach zu groß", meinte der Niederlassungsleiter der Bakercorp GmbH Jörg Lösche.

Das Unternehmen parkte vor dem Gebäude einen elf Meter langen und vier Meter hohen Tank, der chemischen Betrieben als Zwischenlager für rund 70 000 Liter Flüssigkeit dienen kann. Dieser Spezialservice aus Schkeuditz, wo rund 30 dieser Monster stehen, ist einzigartig in der Region, fassen doch gewöhnliche Kesselwagen oder Tanklastzüge nur ein Drittel der Menge

Einzigartig - dies ist auch die richtige Beschreibung für die Fachmesse der Dienstleister am Chemiestandort Leuna. Zum siebenten Mal fand sie statt und war mit 80 Ausstellern, darunter 17 Neulinge, bis unters Dach des Kulturhauses ausgebucht. Begonnen hatte der Erfahrungsaustausch vor sieben Jahren mit knapp 30 Messeteilnehmern. Begleitet werden die Messen von hochkarätigen Fachvorträgen.

Andreas Hiltermann, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, in deren Händen die Organisation der Messe liegt, macht dafür die "gute Stimmung am Standort" verantwortlich. "Etliche Unternehmen investieren. Im Juni wird bei der Harze Leuna GmbH eine Chloranlage eingeweiht. Auch die Domocapro Leuna baut ihr Unternehmen aus und investiert rund 100 Millionen Euro. Das sind gute Zeichen." Obwohl die Unternehmen so konzentriert am Standort platziert und vielfach vernetzt seien, würden die Mitarbeiter die Messe gern für persönliche Kontakte nutzen. Hier seien die Wege zueinander kurz. Das helfe manchmal mehr als eine elektronische Nachricht.

Kritische Worte richtete Hiltermann an die Politik. Die immer weiter steigenden Energiepreise seien in einer Branche, die außerordentlich energieintensiv arbeitet, nicht mehr akzeptabel.

Saalekreis-Landrat Frank Bannert (CDU) zog den Hut vor der Entwicklung des Leunaer Standortes. "Die Produktivität hat hier Weltniveau", meinte er euphorisch. 2011 wurde ein Umsatz von 1,3 Millionen Euro erzielt und dies mit einem Plus von 26,5 Prozent. Er lenkte den Blick auf die Forschung des im Oktober in Betrieb gehenden Frauenhofer Zentrums für chemisch-biotechnologische Prozesse (CBP). Dort wird Katja Patzsch gemeinsam mit vorerst 20 Kollegen ihren neuen Arbeitsplatz haben. Sie wird an einer in Europa einzigartigen Anlage arbeiten, die Restholz - dies sind etwa 35 Prozent bei einem gefällten Baum - in mehrere unterschiedliche Produkte aufspaltet und dem Wirtschaftskreislauf wieder zuführt. Die Gruppenleiterin für Biotechnologie nutzte die Leunaer Messe zur Suche nach geeigneten Fachkräften, hier vor allem Biolaboranten. "Wir sind ganz neu am Standort. Da ist es mir wichtig, bekannt zu werden, denn hier befinden sich für uns jede Menge Industriepartner."