Letzte Probe vor den Sommerferien: Alexander Krüger und Lina Schiedt konzentrieren sich auf ihre Rollen. (FOTO: ALEXANDER BLEY )
Um Magie und Menschsein geht es in der fantastischen Komödie "Das Los des Hexenmeisters". So heißt das mittlerweile dritte Stückdes Weißenfelsers Martin Wimmer, der zurzeit ein Freiwilliges soziales Jahr für Kultur im Stadtmuseum im Schloss Neu-Augustusburg macht. Kinder und Jugendliche hat der Autor um sich geschart, die als Interessengemeinschaft "Virgula Magica" Theater spielen. "Wir sind ehemalige und Schüler des Goethegymnasiums und deren Freunde", beschreibt Wimmer die Zusammensetzung seiner Mannschaft, die abends im Weißenfelser "Roten Löwen" in der Merseburger Straße probt.
Unterstützt werden die Laiendarsteller zurzeit von ehemaligen Mitgliedern des Vereins "music art weissenfels", die einen neuen Verein unter dem Namen "Kulturphönix" gegründet haben. Katarina Kolditz, Constanze Schmidt und Jens Vogt gehören zu jenen, die mitspielen beziehungsweise an der Nähmaschine sitzen, Kostüme schneidern, Hüte gestalten und so manche Requisiten herstellen.
Mit seinen 14 Jahren ist Konstantin Schlee aus der siebenten Klasse des Goethegymnasiums der jüngste Akteur im Team. "Es macht viel Spaß, außerdem habe ich schon beim letzten Musicalprojekt in unserer Schule mitgemacht", sagt der Weißenfelser. Die 19 Hobby-Schauspieler sind meistens - wie Saskia Kowol und Gunther Püschel - zwischen 17 / 18 und 23 Jahre alt. Vor der Premiere wollen sie nichts anbrennen lassen und haben deshalb die Rollen doppelt besetzt. Konstantin spielt den Zauberlehrling Philipp, während Alexander Krüger und Lina Schiedt bereits erprobte Hexenmeister und Zauberin mimen. Warum sich die Truppe den Namen "Virgula Magica" gegeben hat, ist schnell von Martin Wimmer beantwortet. "Der Name sollte natürlich irgendetwas mit Magie zu tun haben", sagt der Kopf der Theatergruppe, der vor zwei Jahren das Abitur in seiner Heimatstadt absolviert hat und Schauspieler werden will. Beim Nachschlagen im Latein-Wörterbuch sei der Stückeschreiber fündig geworden: Zauberstab - Virgula Magica entdeckte er schließlich dort. Und dachte: "Das ist es, was zu uns passt!" Seit April wird fleißig geprobt für die sogenannte dritte Magische Lesung an diesem Freitagabend auf dem Klemmberg. Bei den Weißenfelser Theatertagen im November soll es damit weitergehen.
Mit dem "Besuch der alten Freunde" - der Titel ist angelehnt an Friedrich Dürrenmatts "Besuch der alten Dame", - habe alles in der Aula des Gymnasiums angefangen, blickt Wimmer zurück. Inzwischen schrieb der 21-Jährige "Traumhafte Liebesnacht" und brachte das Stück mit Freunden und Bekannten zur Laientheater-Bühnenreife.