Burgenlandkreis: Felix büxt auch gerne aus

08.05.2012 18:53 Uhr | Aktualisiert 08.05.2012 19:44 Uhr
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Karin Dittmann mit ihrem Felix

Karin Dittmann mit ihrem Felix, der seit 25 Jahren zur Familie gehört und es genießt, gestreichelt zu werden. (FOTO:PETER LISKER)

Von anka stolper-heinike
Familie Dittmann aus Trebnitz rettete vor 25 Jahren eine griechische Landschildkröte. Heute gehört das Reptil noch immer zur Familie.
trebnitz/MZ. 

Wenn Karin und Dieter Dittmann nach Felix rufen, kommt ihnen weder Hund noch Katze entgegen. Stattdessen vernimmt das Rentner-Ehepaar aus Trebnitz ein leises aber regelmäßiges Klopfen und blickt dann auf den Boden seiner Küche. Da kommt Felix - die Griechische Landschildkröte, die seit 25 Jahren bei den Dittmanns lebt.

"Unser Sohn hat Felix mal aus Hohenmölsen mitgebracht. Er hatte einen Jungen getroffen, der die Schildkröte loswerden wollte. Und so kam sie zu uns", erzählt Karin Dittmann. Felix war zu dieser Zeit bereits ausgewachsen. Wie alt er jetzt ist, wissen Dittmanns deshalb nicht. Doch sie sind davon überzeugt, dass ihr Haustier schon einige Jahre auf dem Panzer hat. In den verkriecht sich die Schildkröte, wenn sie ihre Ruhe haben möchte oder wenn der Winterschlaf naht. Mitte Oktober sei das meist, so Karin Dittmann. Sie bade ihren Felix dann, reibe seinen Panzer mit Speiseöl ein und schiebe ihn unter ihre Einbauküche. Ein Klopfen irgendwann Mitte März zeige ihr dann an, dass der Schildkrötenmann aus dem Winterschlaf erwacht ist. In diesem Jahr allerdings habe Felix bis Anfang April geschlafen. "Da war mir schon ein wenig bange und ich habe den kleinen Kerl sanft geweckt", erzählt die Rentnerin, während sie die Schildkröte auf ihren Brustkorb legt und ihr den Panzer streichelt und den Hals krault. Felix sei ausgesprochen zärtlich, versichert Karin Dittmann. Nur einmal habe er nach ihrem glänzenden Ohrring geschnappt und dabei aus Versehen das Ohrläppchen erwischt.

Neidisch auf die Zärtlichkeit seiner Frau gegenüber dem Reptil sei er nicht, versichert Dieter Dittmann. Der 76-Jährige ist auch froh, Felix als Haustier zu haben. Denn als Allergiker könne er keine Hunde oder Katzen halten, erzählt der Rentner. Wer glaubt, Felix sei ein langsamer Gesell, der täuscht sich sehr, versichern Dittmanns. Die Schildkröte büchse nämlich gerne mal aus und könne dabei schon ein ordentliches Tempo vorlegen. Einmal sei sie 14 Tage lang verschwunden, bis eine Nachbarin das Tier in ihrem Garten fand. "Da waren wir einfach nur glücklich", versichert Karin Dittmann. Während der Frühlings- und Sommermonate lebt Felix meist in einer Voliere im Garten des Trebnitzer Ehepaares. Hier besuchen ihn auch mal die sechs Kinder und 13 Enkelkinder der Schildkröten-Fans.

Ihr Wissen über Schildkröten haben die Rentner vor allem aus dem Fernsehen oder der MZ. Seit 50 Jahren lese sie die, erzählt Karin Dittmann. Und im Ratgeberteil habe schon öfter etwas über die interessanten Reptilien gestanden, versichert sie. In Sachen Ernährung sei Felix übrigens völlig anspruchslos. Seine Leibspeise seien frische Gurken, Blattsalat und Löwenzahnblüten. Und die, so meint das Rentner-Ehepaar, wachse schließlich in jedem Garten.