Burgenlandkreis: Gefährliche Schächte

07.06.2012 20:17 Uhr | Aktualisiert 07.06.2012 20:32 Uhr
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Kanalschächte

Mehrere Meter sind die Kanalschächte tief und in dem hohen Gras nicht leicht auszumachen. Derzeit sind sie nur mit Holzpaletten abgedeckt. (FOTO: PETER LISKER)

Von Tobias Heyner
Bis zu sechs Meter tief und breit genug, dass ein Erwachsener hineinrutschen kann - die ursprünglich einmal für die Entwässerung geplanten Schächte eines brachliegenden Geländes in Starsiedel sind eine riesige Gefahr.
Starsiedel/MZ. 

Die meisten sind zwar verschlossen, einige aber offen. Jetzt war es "nur" ein Hund, der hineingefallen war. Das Verschwindens von Hündin Kora brachte es an den Tag und wirft die Frage auf: Wenn es einen Hund treffen kann, könnte dann nicht auch ein spielendes Kind in einen solchen Schacht stürzen?

Nur schwer überschaubar präsentiert sich das Areal, das direkt an die Starsiedeler Feldmark angrenzt. Vom nahe gelegenen Erlenweg aus führt ein unbefestigter Schotterweg in das Gebiet. Zwei lose daliegende Betonplatten stellen kein Hindernis dar, sind simpel zu umlaufen oder zu übersteigen. Gleich dahinter teilt sich der Pfad. An den Rändern wuchert hohes Gras. Nur wenige Schritte nach rechts zeigt es sich, links am Wegesrand: Das besagte Loch! Die Chancen, sich nach einem Sturz allein daraus zu befreien sind gering. Auf der anderen Wegseite befindet sich noch eine Öffnung - jedoch nur etwa einen Meter tief. Beide Löcher wurden nach der Rettung des Hundes erst einmal notdürftig mit Holzpaletten abgedeckt. Kanalschächte dieser Art befinden sich überall auf dem Gelände. Jedoch sind die restlichen mit Metallplatten fest verschlossen und stellen somit keine Gefahr dar. Wieso aber ist es bei den drei Öffnungen, die bei dem Rettungseinsatz der Feuerwehr ausfindig gemacht wurden, nicht der Fall?

"Bereits 2009 wurden auf dem Gelände 60 Schächte ausfindig gemacht und katalogisiert", erklärt Ronny Mank, Haupt- und Ordnungsamtsleiter von Lützen. "Wir haben damals viel Energie und Zeit investiert und die Löcher auf dem Privatgrundstück ordnungsgemäß von einer Baufirma mit stabilem Riffelblech versiegeln lassen." Zu den nun aufgetauchten drei offenen Schächte hat Mank zwei Vermutungen: "Entweder waren sie zum damaligen Zeitpunkt schlichtweg nicht auszumachen oder aber jemand hat die Abdeckungen von ihnen entwendet."

Wer jetzt verantwortlich zu machen sei, erweise sich als kompliziert, so Mank. Die Erschließungsgesellschaft, welche laut Grundbuch immer noch Eigentümer des Geländes ist, sei in den 1990er Jahren in Insolvenz gegangen. Es sei nicht sicher, ob sie überhaupt noch existiere. Die Ermittlungen würden einige Zeit dauern. "Doch da die offenen Schächte, wie man gesehen hat, eindeutig akute Gefahrenstellen sind, warten wir nicht ab, sondern nehmen uns der Sache selbst an", so der Amtsleiter. Noch am Donnerstag habe er einen Termin mit einer Baufirma gehabt, um die Versiegelung der drei Löcher in Auftrag zu geben.