Hier wird ein Handtaschendiebstahl nachgestellt (FOTO: ANDRÉ KEHRER/ARCHIV)
Die Polizei schlägt Alarm. Im Burgenlandkreis nehmen wieder einmal die Anzeigen wegen Taschendiebstahls zu. Allein im Mai hatte es die Polizei jede Woche mit mehreren Fällen zu tun. Betroffen sind nach Auskunft von Jörg Bethmann, Pressesprecher des Polizeireviers Burgenlandkreis, vorwiegend ältere Frauen.
Am zurückliegenden Sonnabend traf es zum Beispiel eine 82 Jahre alte Frau in einem Supermarkt in der Naumburger Rosa-Luxemburg-Straße. Als sie an der Kasse stand, bemerkte sie, dass aus der Seitentasche ihres Einkaufstrolleys das Portemonnaie verschwunden war. "Darin befand sich ein zweistelliger Geldbetrag und in der Seitentasche auch noch der Wohnungsschlüssel", so Bethmann.
Wann der Dieb zugeschlagen hat, blieb unklar. Glück im Unglück für die Frau, der gestohlene Wohnungsschlüssel wurde nicht zum Einbruch missbraucht. Möglicherweise hat der Täter keine Anschrift gehabt oder sich nicht getraut, die Schlüssel zu benutzen.
"Wir werden fast täglich mit solchen Vorfällen konfrontiert", sagt Bethmann. Nach seinen Worten suchen sich Taschendiebe mit Vorliebe ältere Frauen aus und warten auf eine Gelegenheit, in der sie sich unbeobachtet an die Taschen schleichen können. "Oft wird es ihnen aber auch leicht gemacht", so der Sprecher, weil die Taschen locker über der Schulter getragen werden, Reißverschlüsse offen sind oder die Taschen nahezu unbewacht am Einkaufswagen hängen. Auch eine 77 Jahre alte Frau hatte in einem Markt in der Weißenfelser Beuditzstraße vor ein paar Tagen ihre Tasche über der Schulter getragen. Als sie am Fleischstand ankam, bemerkte sie, dass die Geldbörse weg war. Auch hier fielen ein zweistelliger Geldbetrag und der Personalausweis in Diebeshand. Die Tat selbst hatte die Frau nicht bemerkt, glaubt aber dass es kurz zuvor am Gemüsestand passiert sein muss.
Vor zwei Wochen traf es eine 78-Jährige in der Wendischen Straße in Zeitz. Sie hatte erst in einem kleineren Geschäft eingekauft, gezahlt und das Portemonnaie in der Umhängetasche verstaut. Wenig später griff sie in einem Gemüseladen nach der Geldbörse. Die war aber weg, offenbar auf der Straße aus der Handtasche gefischt. Vom Dieb fehlte jede Spur. Hundert Euro verschwanden, der Personalausweis, die EC-Karte und die Chipkarte der Krankenkasse.
"Das kommt ja neben dem materiellen Schaden immer noch hinzu", so Bethmann. Die Bestohlenen haben eine Menge Lauferei, um die entwendeten Dinge wiederzubeschaffen.
Bethmann weiß aber auch von Fällen, in denen Menschen höchst fahrlässig mit ihren Sachen umgehen. "Wir hatten schon verschwundene Portemonnaies, die einfach in den Einkaufswagen gelegt worden waren." Da mache man es Dieben nicht nur leicht, sondern lade sie regelrecht ein.
Wer seinen täglichen Einkauf bestreitet, sollte nur die unbedingt notwendigen Geldmengen und Karten mitnehmen, rät Bethmann. Und wenn man bestohlen wurde, dann schnell Anzeige erstatten und Kredit- sowie EC-Karten sperren lassen, vor allem wenn die Pin in Reichweite war. "Manchmal verstreichen nur Minuten, bis die Täter Geld abheben."