Seit Monaten liegt der Vertrag der Verbandsgemeinde (VBG) Unstruttal in der Weißenfelser Stadtverwaltung. Dabei geht es um nichts weniger als die Gosecker und Markröhlitzer Kinder, für die der Schulweg nach Uichteritz bis 2025 gesichert werden soll. Diese Jahreszahl stand bislang auch, wenn es um die Beantragung von Zuschüssen aus dem Stark-III-Programm ging. Immerhin ist der Sanierungsbedarf in Uichteritz groß und beträgt gewaltige 2,3 Millionen Euro.
Doch inzwischen ist die Bombe geplatzt: Um Zuschüsse zu bekommen, müssen 100 Schüler nicht nur bis 2025, sondern noch fünf Jahre länger nachgewiesen werden. Darüber hatte Maik Trauer, im Weißenfelser Rathaus Fachbereichsleiter für Bürgerdienste, die Freyburger Kollegen informiert und bat um eine möglichst positive Entscheidung.
Mit der Angelegenheit beschäftigte sich nun der Verbandsgemeinderat des Unstruttals und hob die Hände. Er war nämlich informiert worden, dass auch die Freyburger Grundschule das Jahr 2030 im Auge behalten muss. Für die Schule werden knapp 20 000 Euro zur Umstellung einer gut 20 Jahre alten Heizungsanlage auf Erdgas gebraucht. VBG-Bürgermeisterin Jana Grandi (CDU) wies deshalb darauf hin, dass die geforderte 100-Schüler-Grenze an der Unstrut nach 2025 Jahren ebenfalls wackelt und damit auch entsprechende Fördermittel. Doch unabhängig von dieser Summe - rund ein Hundertstel des Geldes, das die Uichteritzer für die Sanierung ihres Schulgebäudes benötigen - scheinen sich Entwicklungen anzubahnen, die ein weiteres Entgegenkommen über 2025 hinaus geradezu ausschließen könnten. Bei einer Beratung in Magdeburg sei es laut Grandi kürzlich darum gegangen, die Mindestschülerzahlen für Grundschulen zu erhöhen. Wird derzeit in der Regel von 60 Schülern ausgegangen, sollen es künftig 100 sein. Ursache ist, dass Sachsen-Anhalt über eine der kleinteiligsten Schulstrukturen verfügt.
In dieser Situation sagt der Gosecker Bürgermeister Hilmar Panse (parteilos): "Da muss man den Verbandsgemeinderat verstehen, wenn er das berücksichtigt." Es liege aber allen am Herzen, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und den Vertrag mit Weißenfels zu ratifizieren. Das sei - die Freyburger Schulsituation selbstverständlich berücksichtigt - bis 2025 kein Problem.
Fachbereichsleiter Trauer hält die Messen indessen noch nicht für gelesen. "Wir bleiben mit Freyburg im Gespräch", versichert er. Es sei allerdings so, dass man sich im Zuge des Handlungskonzeptes für Grundschulen an die bisher geltende Messlatte gehalten habe, die da 2025 lautete. Stark III sei aber mit viel Hoffnung für viele Kommunen verbunden und der Ansturm der Bewerber deshalb entsprechend groß gewesen.
Trauer verwies darauf, dass es angesichts des Sanierungsbedarfs in Uichteritz ohne Fördermittel nicht geht. Allerdings habe weder Uichteritz noch Freyburg auf der jüngsten Prioritätenliste des Landkreises gestanden. Eine zweite Runde dazu werde es 2014 geben. "Wir haben bisher offen und ehrlich mit Frau Grandi gesprochen und werden das auch weiterhin tun, um zu einer sachlichen Entscheidung zu kommen." Außerdem gebe es den Willen der Gosecker und Markröhlitzer, die für ihre Kinder die Uichteritzer Grundschule favorisieren.