Burgenlandkreis: Kampf gegen weißen Fleck

21.05.2012 19:33 Uhr | Aktualisiert 21.05.2012 19:43 Uhr
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Auf dem Spielplatz

Beliebt ist der Spielplatz in der Karl-Marx-Straße im Weißenfelser Ortsteil Leißling. Alexa Linsner und Vanessa Scharger (v.l.) sind gerne hier. (FOTO: PETER LISKER)

Von Holger Zimmer
Unterschriften von 80 Familien mit rund 150 Kindern hat Doreen Koblenz vor Jahresfrist mit gleichgesinnten Müttern und Vätern für den Bau eines Spielplatzes gesammelt. Nun scheint man dem gemeinsamen Ziel ein gewaltiges Stück nähergekommen zu sein.
Grosskorbetha/MZ. 

Denn derzeit gibt es in Großkorbetha keinen öffentlichen Spielplatz, der Ort ist diesbezüglich ein weißer Fleck.

Volker Rakut, Fachbereichsleiter für städtische Dienste im Weißenfelser Rathaus, sagt jedenfalls: "Wir haben einen Fördermittelantrag gestellt. Dafür gibt es auch eine Befürwortung, doch bevor das Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung die Mittel ausreichen kann, wird noch eine Genehmigung der Kommunalaufsicht gebraucht." Fließen die Zuschüsse - von 70 Prozent ist die Rede - könnte es in diesem Jahr losgehen.

Allerdings hat die Sache noch einen Haken, weil 11 000 Euro Eigenmittel aufgebracht werden müssen. Fakt aber ist laut Rakut, dass die erst im Nachtragshaushalt eingestellt werden können. In dieser Situation war es wieder Doreen Koblenz, die die Initiative ergriffen hat. Sie verfasste angesichts der klammen Weißenfelser Kasse einen Spendenaufruf. Der hängt mittlerweile in Geschäften, in Kindereinrichtungen und im Einkaufsmarkt. Gespendet werden soll zugunsten der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt, um einerseits deren Haushalt zu entlasten und damit andererseits Mittel freizubekommen für das Projekt Spielplatz in der Siedlung.

Auslöser für Doreen Koblenz war im Vorjahr, dass es zwar einen öffentlichen Spielplatz in Kleinkorbetha gibt, aber keinen in Großkorbetha. Dort können sich die Kinder nur auf Plätzen an Kindereinrichtung und Hort tummeln. Letzteren hatte man laut Ortsbürgermeister Johannes Drewitz (parteilos) versucht, öffentlich zugänglich zu machen. Fazit war, "dass der Hausmeister der Schule am Montag aufräumen musste, weil es wie auf einem Schlachtfeld aussah." Selbst Glasscherben waren keine Seltenheit. Die Absicht, den Platz in den frühen Abendstunden für die Großkorbethaer Kinder zur Verfügung zu stellen und dann zu schließen, scheiterte und auch die Einführung eines Chipkartensystems erwies sich als nicht praktikabel.

In dieser Situation sammelte Doreen Koblenz Unterschriften, suchte nach Fördermöglichkeiten und der Ortschaftsrat befürwortete einen neuen Spielplatz neben dem Imbiss am Wasserturm. Der Standort wurde aber wegen der dort verlaufenden Hauptstraße verworfen, so dass jetzt ein Platz in der Siedlung im Gespräch ist. "Hier befanden sich vor Jahrzehnten Gärten, die Einwohner feiern ihr Siedlungsfest und es gibt keinen Autoverkehr", sagt Drewitz.

Nun hofft die 38-jährige Mutter, dass die Eltern und Gewerbetreibenden die Stadt unterstützen, damit diese im Gegenzug die Eigenmittel beisteuern kann. "Ich hoffe, dass wir den Spielplatz in diesem Jahr eröffnen dürfen." Der käme dann auch für ihre eigenen Töchter Magdalena und Victoria noch nicht zu spät, die dann vier beziehungsweise fünf Jahre alt sind. Letztlich wäre das die Gelegenheit für die Kleinen, auch nach dem Kindergarten von den Größeren beim Spielen zu lernen und außerdem hätten die Eltern einen Treffpunkt, an dem sie in Ruhe miteinander reden könnten.

Spenden an VRB Saale-Unstrut e.G., Bankleitzahl: 800 636 48, Kontonummer: 500 200, Verwendungszweck: 2.46090.36800 - Kinder- und Jugendarbeit