Der künftige Fußballstar Bastian sollte im Flugzeug gezeugt werden. So wollten es die Zuschauer. (FOTO: PETER LISKER)
Der Schauspieler fungierte zunächst als Moderator und brachte die Zuschauer zum Warmlaufen, indem er sie erst einmal das Ohrläppchen ihres linken Nachbarn berühren und die Akteure auf der Bühne einen Ehebruch darstellen ließ. Dann bekamen die Figuren Vornamen verpasst. "Die männliche Form von Jutta. Ja, Juri. Das geht ja wie das Bretzelbacken", sagte Ebeling.
Nachnamen gesellten sich dazu ("Chemnitz, aber bitte mit K. Das ist wichtig."), Beruf und Hobby. Als Ort des Beginns wünschte jemand aus dem Publikum eine Toilette und der Moderator sprach: "Die wird meist verlangt, denken sie mal drüber nach, warum." Günter Netzer wurde als Kommentator mit Haarausfall dargestellt und Frau Müller-Vorfelder Sekt trinkend im Frisörsalon. In der Sushibar wurden lebendige Karpfen geschlachtet und es wurde gekegelt. Wer gerade nicht im Mittelpunkt stand, hauchte der Kulisse im Vogel- oder Fischschwarm Leben ein oder kreischte wie eine Möwe.
"Ich war noch nie ein Kegel", bekannte Thorsten Giese anschließend. Er gehört mit Karin Werner zu den Gründern des Theaters, das im September mit einem Festival auch mit Improvisationskünstlern aus dem Ausland das zehnte Jubiläum feiern will. Neues wollten sie 2002 ausprobieren, ohne das Alte sein zu lassen. So stehen sie vier-, fünfmal im Monat mit dem Improvisationstheater auf der Bühne und außerdem mit konventionellen Stücken. Giese sagte: "Man braucht diese Abwechslung." Und er fügte hinzu: "Theater-Turbine ist mit den Jahren immer besser geworden." Das gehe hin bis zu den Charakteren und Geschichten, die entwickelt werden. Man dürfe mal Dinge wie Sciencefiction spielen, die man sonst nicht tun könnte. Es sei eine Herausforderung, Teamarbeit ohne Regisseur und man müsse sich aufeinander einstellen. Karin Werner betonte, dass man beim Improvisieren auf sich gestellt sei und vor allem den Mitspielern vertrauen müsse. Ob es bei dieser Theaterform Proben gibt? "Man kann nur trainieren, schnell zu reagieren."
Die Gosecker Angelika und Siegfried Thoß zeigten sich begeistert. Die 57-Jährige hatte von der Veranstaltung in der Zeitung gelesen und Karten bestellt. Sie seien schon öfter im Schloss auch bei Schenkenkonzerten gewesen. "Wenn man dort für so wenig Geld auftritt, muss man seinen Beruf sehr lieben", sagte sie. Und Siegfried Thoß (62) äußerte zur Theater-Turbine: "Das ist stark, wie sie auf Zuruf verschiedene Situationen spielen. Die haben es richtig drauf und es ist amüsant."