Burgenlandkreis: Pfingsten ohne Festumzug

25.05.2012 20:35 Uhr | Aktualisiert 25.05.2012 22:00 Uhr
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Uwe Hecht und  Erika Schmeißer

Ernüchternde Tätigkeit: Uwe Hecht und Erika Schmeißer pinnen die Mitteilung, dass keine Maien ausgetragen werden, an. (FOTO: ALEXANDER BLEY)

Von JULIA REINARD
Normalerweise werden am Samstag vor Pfingsten in Langendorf Maibäume gesetzt. Dieses Jahr fällt der Brauch aus. Es fehlt ein Lkw für den Transport.
LANGENDORF/MZ. 

In Langendorf bleibt es am Samstag still. Das ist ungewöhnlich: Normalerweise zieht eine Festkarawane aus geschmücktem Traktor, kleinerem Lkw mit Musikkapelle und größerem Lkw, auf dem am Vortag geschlagene Birken liegen, durch den Ort. Dieses Jahr gibt es keinen Umzug, kein Maibaumsetzen. "Aus technischen Gründen", wird im Dorf gemunkelt - und in der Tat, an der Technik hängt es: Die Organisatoren konnte keinen Lkw bekommen, der groß genug für die Bäume ist.

"Wir sind alle traurig, dass es nicht klappt", sagt Erika Schmeißer. Sie gehört zum vierköpfigen Organisationsteam und ist seit der Wiederbelebung des alten Brauchs im Jahr 1996 mit dabei. Wie die meisten anderen Organisatoren ist auch sie Keglerin im Sportverein Grün-Weiß Langendorf. Vor drei Wochen habe sie erfahren, dass sie den Lkw, mit dem die Veranstalter gerechnet hatte, nicht nutzen können. Siefanden auch kein Ersatz.

Erika Schmeißer sagt, schon vergangenes Jahr habe es Probleme gegeben. "Aus privaten Gründen", wie sie es nennt, habe der Besitzer ihren Laster nicht mehr zur Verfügung gestellt. Damals sprang der ortsansässige Fuhrunternehmer ein. Doch der ist gerade im Urlaub.

Der große Lkw wird normalerweise ab Freitagmittag gebraucht, um die geschlagenen Birken aus dem Wald zu holen. Sonnabend werden von der Ladefläche herab die 300 Maibäume verteilt und als Glücksbringer vor den Häusern aufgestellt. "Es braucht einen großen Lkw, eine Art Kipper. Kleinere Laster genügen da nicht", erklärt Uwe Hecht, der als Pfingstbursche seit 16 Jahren dabei ist, das Problem. Denn so ein Gefährt hat keiner daheim, der es nicht wirklich braucht. Es sei nicht wie bei Traktoren, von denen es viele gibt, weil einige Langendorfer sie noch für ihr Stück Feld nutzen.

Kein Lkw, also kein Pfingstbier, hieß letztendlich die Entscheidung. Eine Alternative war nicht möglich. "Man kann das nicht improvisieren, das ist einfach nicht drin", sagt Hecht. Und so hingen die Organisatoren Zettel aus, dass das Fest leider ausfallen muss.

Jedes Jahr war das Gasthaus von Klaus Peter das Haus im Ort, das die erste und größte Birke erhielt - der Hausherr ist schließlich auch Hauptsponsor. Außerdem bekamen die Musiker der tschechischen Band bei ihnen Frühstück. Ingrid Peter, die Ehefrau des Wirts bedauert die Entscheidung: "Es ist traurig - aber was soll man machen ohne Lkw?"

Janet Kusche ist zwar nach Langendorf zugezogen, doch den Brauch hat sie stets gern mitgemacht - auch vor ihrem Haus stand sonst eine Maie. "Das Maiensetzen war immer schön und gehört zu Pfingsten dazu", sagt sie bedauernd. Am meisten trifft die Entscheidung wahrscheinlich die Pringstburschen selbst. Denn das Ritual habe "immer einen Heidenspaß" gemacht, sagt Schmeißer.

Für nächstes Jahr sind die Kegler Schmeißer und Hecht aber zuversichtlich, wieder einen Lkw, der groß genug ist, besorgen zu können. "Dann muss es klappen", sagt der Chef der ersten Kegelmannschaft, Uwe Hecht, und fügt lakonisch hinzu: "Aber dafür haben wir ja jetzt ein Jahr lang Planungszeit."