Burgenlandkreis: Schlacht wiederholt sich

03.06.2012 18:25 Uhr | Aktualisiert 03.06.2012 22:50 Uhr
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Richard Förster

Richard Förster schmiedet während des Festes Hufeisen. (FOTO: MZ)

Von Andrea Hamann
Zurück in das Jahr 1112 - das ist an diesem Wochenende in Teuchern geschehen. Zumindest hat es auf den ersten Blick den Anschein während des ersten Mittelalterfestes der Stadt.
Teuchern/MZ. 

Zelte aus Leinen stehen im Stadtpark. Davor sitzen Menschen in historischen Gewändern. Sie fertigen in Handarbeit Borte oder Glasperlen, manche "stricken" Kettenhemden oder färben Wolle, so wie Christina Dünser und Carsten Gießler. "Uns beide fasziniert das Mittelalter", erzählt Christina Dünser, während sie die vor sich hin köchelnde Wolle umrührt. Das ganze Handwerk, die Kreativität, der Gruppenzusammenhalt. "Das ist wie zelten, nur in cool", sagt sie mit einem schelmischen Lächeln. Beide sind extra für diese Premiere von Stendal nach Teuchern gekommen. Ganz so fremd sind sie allerdings nicht. Schließlich ist der junge Mann der Sohn von Manfred Gießler, dem Vorsitzenden des Heimatvereines. Der Verein feiert in diesem Jahr übrigens seinen 15. Geburtstag und aus diesem Grund ist das Mittelalterfest aus der Taufe gehoben worden. Mit Erfolg. Im großen und ganzen sind es drei Säulen, auf denen sich das Fest aufbaut. Die Schwertkampfschule aus Oberhau zeigt Schwert- und Fechtkämpfe. Der Hohenmölsener Verein drei Türme verkauft sein bekanntes Kirschbier und die IG Mittelalter Merseburg zeigt, wie Glasperlen hergestellt werden können. Katharina Germania demonstriert, wie sie die Glasstäbe zuerst im Feuer erhitzt und das Material dann vorsichtig um dünne Stäbe wickelt. Nach und nach entstehen die bunten kleinen kugelrunden Kunstwerke - jedes ist ein Unikat für sich.

Es gibt Vorführungen der Feuerwehr. Dabei wird ebenfalls historische Technik eingesetzt. Kinder können mit Pfeil, Bogen, Armbrust und Schwertern aus Holz spielen. Händler verkaufen verschiedene Waren und ein Schmied zeigt sein Handwerk. Außerdem gibt es noch einen Sängerwettbewerb und Künstler sorgen für lustigen Klamauk.

Im Mittelpunkt steht aber die historische Schlacht der Könige bei Hohenmölsen. Mitglieder des Vereines drei Türme stellen dar, wie am 6. Juni 1112 das Heer von Kaiser Heinrich V. gegen Pfalzgraf Friedrich und dessen Stiefbruder Hermann vor der Teucherner Burg gegeneinander kämpften. "Während dieser Schlacht ist höchstwahrscheinlich die Burg zerstört worden", so Mandfred Gießler. Sein Wunsch ist, dass irgendwann einmal ein Archäologenteam die Grundmauern dieser Festung ausgräbt und damit ein Stück von Teucherns Stadtgeschichte wieder sichtbar wird.