Burgenlandkreis: Sonnenuntergang ohne Sonne

22.06.2012 19:41 Uhr | Aktualisiert 22.06.2012 19:56 Uhr
Drucken per Mail
Geschichts-AG

Die Geschichts-AG des Gymnasiums Laucha bei ihrem Auftritt im Palisadenkreis in Goseck. (FOTO: LISKER)

Von Matthias Voss
Die Sommersonnenwende sollte wie in den Vorjahren wieder ein großes Ereignis in Goseck werden. Mit entsprechendem, wenn auch nicht so üppigem Programm wie in den Vorjahren. Wegen des bedeckten Himmels blieb allerdings ein Gästeansturm aus.
Goseck/MZ. 

"In Anbetracht des Wetters habe ich eigentlich nicht mit so vielen Gästen gerechnet", sagte Uta Oelke, Vorsitzende des Fördervereins des Gosecker Sonnenobservatoriums, nach dem Sonnenuntergang am vergangenen Donnerstag. Dennoch waren es rund 50 bis 60 weniger Gäste als die von Oelke erwarteten 200. Die blieben dem Halbjahres-Ereignis wohl deshalb fern, weil die Sonne sich nicht blicken ließ und um 21.35 Uhr fernab des Effekts durch die Palisadenwände unterging.

Dabei sollte die Sommersonnenwende wie in den Vorjahren wieder ein großes Ereignis in Goseck werden. Mit entsprechendem, wenn auch nicht so üppigem Programm wie in den Vorjahren. "Die künstlerischen Vorführungen in den letzten Jahren wurden uns zu eintönig", erzählte Oelke, die diesmal die Geschichts-AG des Gymnasiums Laucha eingeladen hatte, deren kleines Theaterstück "Niklas trifft Othan" bei Oelke gut ankam: "Das war schon in Ordnung, die Schüler haben sich trotz Prüfungsstress sehr viel Mühe gegeben."

Ausfallen musste aber aus oben genannten Gründen eine geplante Sonnenbeobachtung durch eine Astrologin, aber das wurde von den Besuchern hingenommen. "Dann denken wir uns die Sonne einfach dazu", nahm es Martina Neumann mit Humor. Die Nedlitzerin (bei Magdeburg) macht zur Zeit eine Reha in Bad Kösen und hatte ihre Bekannte Carola Rothgang im Schlepptau: "Ich bin trotzdem von der Anlage, aber vor allem von der Landschaft hier begeistert", sagte die Wiesbadenerin, die zum ersten Mal in den Neuen Bundesländern ist. Neumann war dagegen schon 2005 mit ihrem Sohn in Goseck und wollte die Reha in der Kurstadt nutzen, um sich endlich einmal die Sommersonnenwende anzuschauen. "Wir werden ganz sicher in den nächsten Tagen noch mal wiederkommen. Aber dann zu einem Abend, an dem der Sonnenuntergang richtig zu sehen ist. Der Effekt sollte dann doch ähnlich sein", war Neumann optimistisch.

Dorit Müller aus Teuchern war dagegen schon im vergangenen Jahr in den Genuss der Sonnenwende mit entsprechenden Untergang gekommen. "Das war fantastisch, das muss man einfach mal erlebt haben, wenn die Sonne zu einem bestimmten Zeitpunkt genau durch die Palisadenlücken durchscheint", sagte Müller und wurde von Freundin Steffi Hauer, ebenfalls aus Teuchern, bestätigt. "Zur Wintersonnenwende wollen wir wiederkommen. Vorausgesetzt, dass das Wetter nicht wieder so kalt ist wie letztes Jahr. Da mussten wir dann leider passen", so Hauer.