Der Weißenfelser Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung die Errichtung von weiteren Windkraftanlagen nördlich des Autobahnkreuzes Rippachtal abgelehnt. Nur sechs Stadträte stimmten für eine Stellungnahme der Verwaltung, in der die Stadt dem Bauvorhaben ihre Zustimmung gibt. 30 Räte lehnten die Stellungnahme ab, einer enthielt sich der Stimme. Mit seinem Votum schloss sich der Stadtrat der Auffassung der Ausschüsse für Stadtentwicklung und Umwelt sowie des Großkorbethaer Ortschaftsrates an, die den Bau weiterer Windräder im Norden der Stadt zuvor bereits abgelehnt hatten.
Eine Lützener Firma plant an der Autobahn sechs neue Windkraftanlagen, fünf davon auf dem Gebiet der Weißenfelser Ortschaft Großkorbetha. Über die Genehmigung entscheidet der Landkreis.
Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) verwies im Stadtrat darauf, dass der Kommune aus baufachlicher Sicht keine andere Möglichkeit blieb, als eine Zustimmung zur geplanten Investition vorzuschlagen. Hans-Dieter Böckler (CDU-Fraktion) lenkte die Diskussion jedoch weniger auf bauliche Details als vielmehr auf die aktuelle Energiepolitik. Schon jetzt werde zuviel Windstrom produziert. Nach den derzeit geltenden gesetzlichen Regelungen werde auch nicht produzierter Strom bezahlt. Es sei an der Zeit, auch vom Stadtrat aus ein Zeichen zu setzen, dass es so in der Energiepolitik nicht mehr weitergeht, so Böckler. Der Bundestagsabgeordnete Dieter Stier, der für die CDU auch im Weißenfelser Stadtrat sitzt, räumte ein, dass das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) nachgebessert werden muss. Vorrangiges Ziel müsse es sein, Speicherkapazitäten für erneuerbare Energien zu entwickeln. "Die große Energiepolitik ist nicht unser Bier", sagte hingegen Siegfried Hanke. Das Mitglied der SPD-Fraktion erinnerte daran, dass die Windräder in einem Windenergie-Vorranggebiet, festgelegt im Regionalen Entwicklungsplan, vorgesehen sind.