Das Gras und die Sträucher rings um den Bahnhof und der Zufahrt wuchern vor sich hin. Die Zugreisenden sind zudem jeder Witterung ausgesetzt, Unterstellmöglichkeiten gibt es nicht. Pech für den, der im Regen auf den Zug warten muss.
Gefährlicher Fußmarsch
Doch schon zum Bahnhof hinzukommen, ist vom Ort Deuben kein leichtes Unterfangen, kritisiert Siegmar Mundt aus Naundorf. Er fährt öfter mit der Bahn und muss von zu Hause Richtung Bahnhof laufen. Sein Fußmarsch führt ihn durch Deuben entlang der Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Trebnitz. Bis zur Brücke über die Bahnstrecke ist das auch kein Problem, denn dort gibt es überall einen Gehweg. Bis einige Meter vor der Brücke, da hört er auf.
Auch die Brücke selbst, die derzeit wegen den Bauarbeiten auf der B 91 noch stärker frequentiert wird als sonst, entpuppt sich für Fußgänger als Gefahr. Man müsse höllisch aufpassen, nicht von dem ein oder anderen Lkw, der zu nah an der Seite langfährt, erfasst zu werden, beschreibt Mundt, was er schon mehrfach erlebt hat. Hat er es dann unbeschadet über die Brücke geschafft, steht er vor dem nächsten Problem. Ein Schild am Abzweig zur Straße "Zum Bahnhof" weist darauf hin, dass ab hier Bahngelände beginnt und Unbefugte keinen Zutritt haben. Darf er als Fahrgast nun dort langgehen, das Gelände betreten oder nicht? "Bin ich befugt oder ein Unbefugter", fragt Mundt. Und wo sollte man denn alternativ langlaufen? "Über die Gleise", fragt er ironisch. Auch wird der Weg - so steht es auf dem Hinweisschild - bei Eis und Schnee nicht geräumt. Nun gut, die Gefahr, dass es schneien könnte, gibt es derzeit nicht. Aber der nächste Winter kommt bestimmt, sagt der Naundorfer. "Es ist eine Schande, als Fußgänger kommt man kaum gefahrlos zum Bahnhof hin und dann sieht es dort auch noch schlimm aus", schimpft er. Und wirft zugleich die Frage auf, warum die Fußgängerbrücke, die über die Gleise führt, nicht mehr benutzt werden kann. Dann würden die Passanten den größten Gefahren entgehen und hätten die Möglichkeit, sich im Treppenaufgang vor Regen unterzustellen. Doch der ist sowohl auf der Bahnhofseite als auch im Dorf versperrt.
Brücke wird nicht mehr gebraucht
Die Brücke, so teilt die Pressestelle der Deutschen Bahn auf MZ-Nachfrage mit, diente früher als Werkszugang für die Mitarbeiter des Braunkohlewerks. Durch die Bahn wurde die Überführung, die über die Gleise 1 bis 3 ging, als Zu- und Abgang zum Bahnsteig 2 genutzt und instand gehalten. Doch da seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Jahr nur noch Bahnsteig 1 angefahren wird, braucht man die Brücke nicht mehr. "Der offizielle Zugang erfolgt tatsächlich über die Autobrücke und dann über die Rampe zum Bahnsteig", erklärt die Pressestelle. Fügt aber an, dass einiges am Bahnsteig 1 investiert wurde, so unter anderem in neue Beleuchtung und in einen Dynamischen Schriftanzeiger, auf dem zum Beispiel Verspätungen zu sehen sind.
Gegenüber der MZ versprach die Pressestelle, dass das Schild "Weg wird bei Eis und Schnee nicht beräumt" entfernt und dass ein Winterdienst durchgeführt wird. Die Kritik nach einer fehlenden Unterstellmöglichkeit für Bahnreisende nahm man auf. Die Bahn prüfte, ob Abhilfe geschaffen werden kann. Ergebnis: "Ein Wetterschutzhaus wird aufgestellt, einen genauen Zeitrahmen können wir jedoch noch nicht mitteilen."