Der Zahn der Zeit nagt unbarmherzig an Schumanns Garten (links) und der alten Hoffischerei nebenan. (FOTO: PETER LISKER)
Beide Denkmale stehen seit Jahrzehnten leer und sollen vor allem für betreute Wohnformen für behinderte Menschen im Stadtzentrum genutzt werden, wie Integra-Geschäftsführer Ralf Müller Auskunft gibt.
Während in der kommenden Woche nach Pfingsten die Gerüste von den Fassaden der benachbarten Häuser Promenade 3, 5 und 7 fallen werden, warte man auf die Baugenehmigung für die beiden weiteren Gebäude, die die Integra inzwischen ebenfalls erworben habe. "Die Hoffischerei ist nicht mehr zu retten und muss abgerissen werden", sagt Müller. Dabei verweist er auf Vor-Ort-Begehungen mit Vertretern der Denkmalschutzbehörden und Gutachten, die inzwischen vorliegen würden.
"Wir werden das Haus mit Fördermitteln nach historischen Vorlagen wieder neu aufbauen, darin sind wir uns mit der Stadt einig", kündigt er an und würdigt die bisherige gute Zusammenarbeit bei der momentanen Sanierung der Häuser mit den Hausnummern 3, 5 und 7, wofür 2,6 Millionen Euro veranschlagt worden seien. 13 Wohnungen für behinderte Menschen entstehen hier, wo der Innenausbau in vollem Gange ist, damit die neuen Mieter bis zum Jahresende einziehen können. Weil der Bedarf für sogenanntes ambulantes betreutes Wohnen groß sei, wolle die Integra als Investor weitere solcher Wohnungen in der früheren Hoffischerei schaffen. Zudem habe die Betreiberin einer Praxis für Physiotherapie Interesse für Räume im Erdgeschoss bekundet. Aus Schumanns Garten soll ein Fahrrad-Hostel mit einem multifunktionalen Saal entstehen. Auch das sich hinter dem Haus befindliche frühere Gartengelände soll wieder hergerichtet und einer entsprechenden Nutzung zugeführt werden. "Wir sind sehr optimistisch und mit der Stadt im Gespräch, damit auch die entsprechenden Fördermittel fließen können", erklärt Müller. Er freue sich, dass mit künftigen Sanierungsmaßnahmen im Zuge der gesamten Neugestaltung der Promenade weitere Schandflecke aus der Altstadt verschwinden werden und durch eine sinnvolle Nutzung neues Leben einziehe. Für die Behinderten und deren Angehörige bedeute betreutes Wohnen in der Innenstadt mehr Lebensqualität, weil sie fußläufig Einkaufszentrum, Markt, Rathaus, Behörden, Apotheken, Geschäfte und Gaststätten sowie Museen erreichen können.
Darauf legten sie großen Wert, deshalb sei der Bedarf nach Wohnen im Zentrum - und eben nicht am Rande oder außerhalb der Stadt - sehr gewachsen, weiß Ralf Müller. "Es gibt sogar inzwischen eine Liste, in die sich Interessenten eintragen lassen haben", sagt er.