Burgenlandkreis: Wenig Wohnungen stehen leer

14.06.2012 20:51 Uhr | Aktualisiert 14.06.2012 21:14 Uhr
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Regina Hartung

Ein Blick in die Albert-Schweitzer-Straße. Seit 1989 wohnt Regina Hartung hier in einer Wohnung der Wohnungsgenossenschaft Kohle Geiseltal. (FOTO:PETER LISKER)

Von andreas richter
Etwa fünf Prozent aller Weißenfelser Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft Kohle Geiseltal stehen derzeit leer. Damit ist Weißenfels mit rund 560 Wohnungen der größte Standort der Genossenschaft.
braunsbedra/weissenfels/MZ. 

Etwa fünf Prozent aller Weißenfelser Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft Kohle Geiseltal stehen derzeit leer. Wie der Vorstandsvorsitzende Gerd Werner weiter informierte, ist Weißenfels mit rund 560 Wohnungen der größte Standort der Genossenschaft.

"Wir haben das Glück, in Weißenfels sehr gute Wohnlagen anbieten zu können", sagt Werner. Dies sei sicher einer der Gründe dafür, dass die Genossenschaft im Vergleich zu den beiden anderen großen Wohnungsvermietern in Weißenfels den weitaus geringsten Wohnungsleerstand aufweist. Bei der städtischen WVW steht derzeit knapp ein Drittel aller Wohnungen leer, bei der Wohnungsbaugenossenschaft Weißenfels / Saale sind es rund zehn Prozent. Dass die Genossenschaft Kohle Geiseltal eine eigene Dienstleistungs-GmbH gegründet und damit Aufgaben wie Grünpflege und Winterdienst in eigene Regie übernommen hat, sieht Werner ebenso als Vorteil. Und weil vergleichsweise wenig Wohnraum leer steht, werde der Abriss auch künftig kein Thema sein.

Vielmehr wolle die Genossenschaft auch in den nächsten Jahren weiter in ihre Wohnungen investieren. Dabei gelte der Grundsatz, dass nur das Geld ausgegeben werden kann, das vorher erwirtschaftet wurde. In diesem Jahr sollen bis zu einer Million Euro für die Verbesserung der Wohnqualität an den vier Standorten investiert werden. Weißenfels soll vor allem im kommenden Jahr ein Schwerpunkt werden. Dann, so verrät Gerd Werner schon mal, sollen in mehreren Blöcken in der Neustadt verglaste Balkone angebaut werden. Gute Erfahrungen habe man damit bereits in Braunsbedra gesammelt, wo man - auch aufgrund des vergleichsweise hohen Wohnungsleerstandes - zuerst mit der Ausstattung von Wohnblöcken mit Balkonen begonnen hat.

Dass die Genossenschaft mit Sitz in Braunsbedra (Saalekreis) ihren Wohnungsbestand an vier verschiedenen Standorten hat, sieht Werner längst nicht mehr unbedingt als Nachteil. Natürlich sei der Aufwand für die zwölf Mitarbeiter dadurch relativ hoch. Andererseits könne man zum Beispiel bei der täglichen Arbeit in zwei Landkreisen wertvolle Erfahrungen sammeln und nutzen. Was die Zusammenarbeit mit den Kommunen betrifft, so gibt es nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden vor allem in Weißenfels durchaus einige Reserven, wenngleich der von der Stadt erarbeitete Mietspiegel lobenswert sei. "Uns fehlen bei konkreten Problemen manchmal die Ansprechpartner", meint Werner. Anders in Merseburg. Dort lade die Stadt die Wohnungsunternehmen regelmäßig zum Gespräch ein. Eine solche Plattform sei auch in Weißenfels wünschenswert.

Am Sonnabend allerdings wird Weißenfels die "Hauptstadt" der Wohnungsgenossenschaft Kohle Geiseltal sein. Dann lädt sie zum Sommernachtsball ins Kulturhaus ein. "Der Ball ist für uns eine Premiere in Weißenfels", sagt Werner, der beim Tanzabend mit der Dresdner Galaband mit mehr als 250 Gästen rechnet. Als Höhepunkte nennt er den Auftritt eines Doubles der Schlagersängerin Helene Fischer und eine Dessous-Modenschau.

Auch für den Vorstandsvorsitzenden persönlich soll der Sommernachtsball noch einmal ein besonderer Abend werden. Denn zum Ende des Jahres will der 64-Jährige, der die Geschicke der Genossenschaft seit 1989 leitet, den Chefposten aufgeben. Ganz loslassen wird er freilich auch dann nicht. Mit seiner Erfahrung will er als Vorstandsmitglied mit dafür sorgen, dass die Genossenschaft ihren soliden Weg weiter gehen kann.