Burgenlandkreis: Wolfstag im Agricolagymnasium

19.07.2012 19:39 Uhr | Aktualisiert 19.07.2012 20:43 Uhr
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Barbara Geiger

Barbara Geiger eröffnete schauspielerisch den Wolfstag am Gymnasium. (FOTO: MZ)

Von Petra Wozny
Ein so genannter "Wolfstag" beendete am Donnerstag kurz vor der Zeugnisvergabe das Schuljahr im Agricolagymnasium. Am Abend lud die Schule zu zwei Vorträgen für Bürger der Einheitsgemeinde zum Thema Wolf in die Aula ein.
Hohenmölsen/MZ. 

"Wer glaubt heute noch an den Klapperstorch? Wohl kaum einer. Dass der Wolf eine böse Bestie ist - diese Mär hält sich hartnäckig. Wir wollen realistisch informieren und weg vom Gruselmärchen", schildert Andreas Meißner, der am Donnerstag im Agricolagymnasium einerseits für den Naturschutzbund, andererseits als Jäger und vor allem als Biologielehrer der Einrichtung viel zu tun hatte. Ein so genannter "Wolfstag" beendete nämlich am Donnerstag kurz vor der Zeugnisvergabe das Schuljahr. Mehr noch, am Abend lud die Schule zu zwei Vorträgen für Bürger der Einheitsgemeinde zum Thema Wolf in die Aula ein.

Spielerisch näherte sich Schauspielerin Barbara Geiger dem Thema, beschrieb anschaulich in mehreren Theatervorführungen vor Schülern unterschiedlicher Klassenstufen das eigentlich ganz normale, jedoch dem hiesigen Menschen fremd gewordene Leben des Isegrimm. "Kinder kennen den Wolf nur aus dem Märchen. Doch auch Erwachsene haben ein Problem mit dem Tier, wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Wir haben ein Rotkäppchensyndrom", weiß Meißner. Der Wolf frisst Großmütter ebenso wie Ziegen. Sein Geheul versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Der Wolf im Schafspelz gilt als hinterlistig. "Der Wolf ist kein Kuscheltier, aber Vorurteile gehören endlich auf den Müll", meint Meißner. Während in Kroatien oder Polen sich kein Mensch um dieses Tier schere, breche in Deutschland angesichts der Verbreitung der Wolfsrudel die Panik aus. "Der Wolf ist auch schon im Burgenlandkreis gesichtet worden. Wolfsfamilien gibt es wohl noch nicht, aber auch das wird noch kommen", ist sich Meißner sicher, der nicht verhehlt, als Jäger große Lust zu haben, einem Wolf einmal gegenüber zu stehen.

Derzeit leben etwa 50 erwachsene Wölfe in Deutschland. Sechs der sieben Rudel sind in der Lausitz zu Hause, eines davon in Sachsen-Anhalt. Der Donnerstag im Agricolagymnasium machte deutlich: Die Tiere kamen auf leisen Sohlen und sind da, um zu bleiben. Die Resonanz auf den Wolfstag gab den Organisatoren recht, es gibt noch große Wissenslücken und einen imensen Bedarf, sie zu füllen. In absehbarer Zeit soll deshalb, voraussichtlich wieder am Agricolagymnasium, ein Wissenschaftstag zum Thema Wolf veranstaltet werden.