Olaf Schubert ist darüber schwer enttäuscht. "Wir, die bei der Stadt das erste Mal einen solchen Antrag gestellt haben, werden nicht den Kopf in den Sand stecken und auch nicht mit der Brechstange arbeiten, aber - wir werden Widerspruch einlegen", kündigte der Vorsitzende des Vereins auf MZ-Nachfrage an.
Die jüngste öffentliche Tagung hatte sich zu einem dreistündigen Marathon entwickelt. Denn 24 Fördermittel-Anträge lagen den Räten vor und nur 13 000 Euro galt es an die Vereine für die unterschiedlichsten Projekte zu verteilen. Zur Erweiterung des kulturellen Angebotes in der Region hatte der Verein Klosterkirche 1 000 Euro Fördermittel - die höchstmögliche Summe - beantragt und sollte auf Vorschlag der Verwaltung 690 Euro erhalten. Fünf Ausschussmitglieder lehnten dies ab, fünf stimmten dafür, es gab eine Enthaltung. Burgwerbens Ortsbürgermeister und Stadtrat Hubert Schmoranzer (Fraktion Bürger für Weißenfels / Landgemeinden) konnte nicht verstehen, dass die Langendorfer überhaupt einen Antrag eingereicht hatten, wo doch der Ortsteil ein stolzes Budget von 30 500 Euro für Heimat- und Traditionspflege zur Verfügung habe. "Das muss man sich mal überlegen und wir müssen hier über nur 13 000 Euro entscheiden", wetterte Schmoranzer. Das stehe in keinem Verhältnis, kritisierte er scharf. Der zuständige Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung, Sven Hantscher, erinnerte an entsprechende Richtlinien, die das Stellen eines solchen Antrages auf Fördermittel zuließen und die der Stadtrat im Jahr 2001 beschlossen habe.
Für Langendorfs Ortsbürgermeister und Stadtrat Horst Ziegler (Fraktion Bürger für Weißenfels / Landgemeinden), den die MZ nach der Sitzung befragte, ist die Ablehnung der Mittel nicht nachvollziehbar und auch nicht hinnehmbar. "Wenn sich Vereine aus den Ortsteilen der Stadt Weißenfels nicht beteiligen dürfen, bedeutet das Ausgrenzung, das ist fatal", erklärte Ziegler und wirft den Kritikern "Futterneid" vor. Weil sich Langendorf, Markwerben und Uichteritz im Zuge der Gemeindegebietsreform freiwillig in die Kernstadt eingemeinden ließen, dürften sie nicht von anderen Ortsteilen beargwöhnt werden, so Ziegler. "Ich empfehle allen Beteiligten ein Denken in neuen Grenzen - und den Besuch der Sonderschau, die am Sonntag im Weißenfelser Museum eröffnet hat und sich mit diesem Thema beschäftigt", sagte er. Die Richtlinien von 2001 seien nicht mehr zeitgemäß, richtete Ziegler seine Kritik an die Verwaltung. Der Ortschaftsrat Langendorf werde sich in seiner Sitzung am 23. Mai mit der Verteilung des Budgets zur Heimatpflege beschäftigen. Vereinschef Olaf Schubert baut auf Unterstützung und er will zudem mit Sponsoren sprechen, um das Jahresprogramm abzusichern.