Auf der Motocross-Strecke in Tagewerben wird viel Staub aufgewirbelt. Eine Bewässerungsanlage verhindert das Schlimmste. (FOTO: PETER LISKER/HELGA FREUND)
"Gegen die Betreiberin der Motocrossstrecke an der Tagewerbener Straße in Weißenfels läuft derzeit eine Bußgeldanzeige", sagte Wolfram Wilnewski, Sachgebietsleiter beim Immissionsschutz des Burgenlandkreises. Da es sich um eine laufendes Verfahren handelt, gab Wilnewski als Grund lediglich einen "nicht bestimmungsgerechten Betrieb der Anlage" an. Die Betreiberin Dietlind Busch aus Langendorf habe aber das Versäumnis sofort eingeräumt und es aus der Welt geschafft, so informiert Wilnewski .
Diese Bußgeldanzeige zeigt das Dilemma, in dem sich Betreiberin und Fahrer auf der einen Seite, Anwohner auf der anderen und die Behörden dazwischen befinden. Generell geht es um Lärm- und Staubbelästigungen. "Wir gehen jeder Beschwerde aus der Bevölkerung nach. Dazu gibt es regelmäßige Kontrollen auf der Anlage", erläuterte Wilnewski. Bei diesen Kontrollen wurden in den letzten Monaten Versäumnisse aufgedeckt, Busch habe daraufhin aber schnell nachgebessert. "Wir haben jetzt ein eigenes Messgerät, mit dem wir überprüfen können, ob die Fahrer die Lärmgrenze von 94 Dezibel einhalten. Zudem weisen wir jeden Nutzer sofort bei Betreten der Anlage daraufhin, dass er einen sogenannten DB-Killer eingebaut haben muss", sagte Busch und machte deutlich, dass jeder Nutzer, der sich daran nicht halte, wieder nach Hause fahren müsse.
Gerüchteweise sollen über 200 Beschwerden die Stadt Weißenfels erreicht haben. Diese habe alle Briefe aber an die Kreisverwaltung weitergereicht. "So eine hohe Anzahl ist mir nicht bekannt, bei mir liegen lediglich zwei Beschwerden auf dem Tisch", erklärte Wilnewski. In einem dieser Briefe (liegt der MZ vor) hatte sich Mitte März ein Anwohner über Lärm und auch Staub beschwert. So soll es an einem Sonnabendnachmittag eine große Staubwolke gegeben haben, die bis zur Bundesstraße 91 gereicht habe. "Ich kann mich an den Tag erinnern. Bis zur B 91 ist da nichts rübergezogen, der Staub blieb auf dem Feld liegen. Dass es überhaupt dazu kam, lag daran, dass wir zu dem Zeitpunkt noch keine funktionstüchtige Bewässerungsanlage hatten", erklärte Busch. Dieses Problem sei aber nicht einmal eine Woche danach aus der Welt geschafft worden, "auch wenn man nicht alles hundertprozentig vermeiden kann", so Busch weiter.
Sie habe also ihre Hausaufgaben gemacht, sei aber trotzdem enttäuscht, dass sie am vergangenen Wochenende nicht ihr einjähriges Bestehen feiern konnte. "Wir wollten eigentlich ein kleines Rennen veranstalten, aber die Kreisverwaltung hat uns eine Absage erteilt. Offenbar gab es die Befürchtung, dass es dann doch zu laut werden könnte. Denn bei einem Rennen dürften durchaus bis zu 15 Fahrer gleichzeitig auf der Strecke sein", erklärte Busch und spricht von einer Kann-Bestimmung für bis zu vier Rennen pro Jahr, sofern die Behörden zustimmen. Einen weiteren Versuch für eine solche Veranstaltung werde sie wohl nicht noch mal unternehmen.
Auf der Internetseite Facebook gab es nach Bekanntgabe der Absage zahlreiche enttäuschte Meinungen, die sich auch um die Jugendförderung drehten. "Wir haben immer mehr Kinder und Jugendliche bei uns, auch aus Sachsen und Thüringen. Der Jüngste, der regelmäßig zu uns kommt, ist sechs Jahre alt. Die Absage ist einfach nur ärgerlich", so Busch.