Ermittlungen: Suche nach Amokfahrer läuft noch

17.08.2012 20:05 Uhr | Aktualisiert 17.08.2012 21:16 Uhr
Die Polizei fahndet immer noch nach dem Amokfahrer. (ARCHIVFOTO: DPA) 
Von Klaus-Dieter Kunick und Birger Zentner
Die Suche nach dem Verursacher des tödlichen Unfalls vom Donnerstag ist noch nicht abgeschlossen. Ein Autofahrer hatte eine 63-jährige Radfahren überfahren und war danach einfach weitergerast. Zwar konnte die Polizei den Fluchtwagen finden. Rückschlüsse auf die Identität des Täters konnten aber bisher noch keine gezogen werden.
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zorbau/MZ. 

Der tödliche Unfall vom Donnerstag ist in Zorbau am Tag nach dem Unglück Gesprächsthema Nummer eins. Viele Dorfbewohner haben schließlich die 63 Jahre alte Frau gekannt, die ums Leben kam, als ein Raser auf der Flucht vor der Polizei ihr Fahrrad rammte. "Ich habe am Abend viel erzählt, um das Erlebte aufzuarbeiten", sagte eine Frau. Es sei einfach nur schlimm, was da passiert sei. "Hoffentlich schnappen sie den Täter bald", ergänzte ein älterer Mann. Ein Auto zu stehlen, sei schon schlimm genug, aber dann auch noch so etwas zu begehen, sei für ihn unfassbar. Wie die Polizei gehandelt habe, das gehe für ihn vollkommen in Ordnung, den Polizeieinsatz halte er für gerechtfertigt.

Auch bei der Polizei selbst beurteilt man den Einsatz so, dass er absolut korrekt abgelaufen ist. "Die Beamten mussten davon ausgehen, dass hier eine Straftat vorliegt oder sogar noch weitere Straftaten begangen werden könnten und demzufolge die Verfolgung aufnehmen", sagte Ralf Karlstedt, Pressesprecher der Polizeidirektion in Halle. Allerdings habe man den Unfallverursacher bislang nicht fassen können. Man wisse, dass das am Auto angebrachte Kennzeichen zu einem Kranfahrzeug gehöre und wahrscheinlich in Rostock gestohlen wurde. "Bei der Ermittlung des Fahrzeughalters beziehungsweise des Eigentümers brauchen wir auch noch Zeit", so Karlstedt. Das Fahrzeug habe in den vergangenen Jahren offenbar mehrfach den Besitzer gewechselt, wer es zuletzt hatte, sei noch nicht geklärt. Offenbar seien auch nicht alle Wechsel von den jeweiligen Eigentümern angezeigt worden.

"Im Auto haben wir eine Reihe von Spuren sichern können", sagte Karlstedt. Die müssten jetzt ausgewertet werden. Dann könne man auch sagen, ob sich damit die Identität des Fahrers klären lässt oder zumindest ausreichend Beweismaterial vorhanden ist, um einen Tatverdächtigen überführen zu können. Es werde mit Hochdruck weiter ermittelt.

In Zorbau hoffen die Menschen, dass es gelingt, den Unfallfahrer zu ermitteln, der nach seiner Flucht vor der Polizei das Auto in der Johann-Reis-Straße in Weißenfels abgestellt hat und zusammen mit einer ebenfalls unbekannten Beifahrerin offenbar zu Fuß geflüchtet ist.

Es sei nicht zu begreifen, dass jemand andere Menschen ins Unglück stürzt, um den eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen, sagte am Freitag eine Zorbauerin. "Ich habe die leise Hoffnung, dass sich der junge Mann einen Rest von Anstand bewahrt hat und sich doch noch der Polizei stellt."