Die damals noch selbstständige Gemeinde Sössen hatte bereits im September 2010 die Gründung der Genossenschaft "Pro Solarstrom" beschlossen und wollte als Gründungsmitglied mit 300 000 Euro den Start finanzieren. Die Kommunalaufsicht des Burgenlandkreises hatte die wirtschaftliche Beteiligung der Gemeinde an einer solchen Genossenschaft jedoch untersagt. Nach der Eingemeindung von Sössen ist die Stadt Lützen nun Rechtsnachfolger.
Im Haupt- und Finanzausschuss verwies Dirk Könnecke (parteilos), ehemals Bürgermeister von Sössen und heute Verwaltungschef in Lützen, darauf, dass sich die Rechtsprechung seit der Auseinandersetzung um die Solargenossenschaft im Jahr 2010 zum Teil geändert habe und heute bessere Chancen bestünden, sich in einem Rechtsstreit durchzusetzen. Deshalb sollte der Lützener Stadtrat seinen politischen Willen kundtun, dass er die Bestrebungen von Sössen weiter verfolgen will. Jene 300 000 Euro aus der Gemeinde lägen im Lützener Haushalt nach wie vor bereit. "Wir wollen mit der Genossenschaft auch ein Zeichen gegen die Braunkohle setzen", sagte Könnecke gegenüber der MZ. Schließlich gebe es alternative Möglichkeiten der Stromerzeugung.
An der Genossenschaft sollen sich Bürger aus dem Raum Lützen aber auch darüber hinaus beteiligen können, indem sie Anteile erwerben oder Dachflächen zur Verfügung stellen. Das Interesse daran ist laut Bürgermeister Könnecke da. Die Stadt Lützen ist bereits im Besitz von Solaranlagen, so auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses in Gostau. Diese sollen in das Eigentum der Genossenschaft übergehen.